Wissenschaftler untersucht Piraterie in Indonesien

Der französische Wissenschaftler Dr. Eric Frecon ist Spezialist für die Piraterie in Südostasien. Jetzt hat er ein Buch über die Piraten von Indonesien veröffentlicht.

Dafür baute er über 10 Jahre fast freundschaftliche Beziehungen zu den Seeräubern auf. Er hält ihre Beutezüge nicht für organisierte Kriminalität, sondern für spontane kriminelle Aktivitäten. Oft sind die Männer aus den Mangroivendörfern beim Fischen, wenn ihnen ein besonders langsames Schiff auffällt. Dann probieren sie nach den Erkenntnissen von Frecon einen Überfall, bewaffnet mit Macheten. Meist sind sie mit Bargeld, Uhren und Handys zufrieden.

Gelegentlich werden sie aber auch von besser organisierten Gruppen dafür angeheuert, Schiffe zu kidnappen, umzustreichen und als Geisterschiff über die Meere zu steuern. Das Buch wurde in Frankreich unter dem Titel Chez les pirates d’Indonésie veröffentlicht.

Umfangreicher Bericht auf todayonline: hier.

Eine ältere Publikation (Cover rechts) von Eric Frecon gibt es als kostenlosen e-book download hier.

London schickt Anti-Piraten-Kripo auf die Seychellen

Die britische Polizei verlegt eine Kripo-Einheit der Serious and Organised Crime Agency auf die Seychellen.

Die Beamten sind auf Organisierte Kriminalität spezialisiert und sollen Finanziers und Hintermänner der Piraten identifizieren und verfolgen. Nach Angaben der britischen Polizei können Finanziers mit einem Einsatz von 10.000 Dollar einen Gewinn von bis zu 200.000 Dollar machen. Mehr…

Immer mehr Piraten-Attacken in Westafrika

US-Ausbilder trainieren nigerianische Marine-Offiziere

Die extreme Zunahme von Piraten-Überfällen im Golf von Guinea gefährdet die Zukunft eines der wichtigsten wirtschaftlichen Hotspots in Westafrika.

Die Anliegerstaaten Nigeria und Angola gehören zu den wichtigsten Ölproduzenten, der Schiffsverkehr im Golf von Guinea wird immer dichter.

Für die organisierte Kriminalität ist das eine Herausforderung. Aber die Strategie der westafrikanischen Piraten unterscheidet sich von der ihrer Kollegen in Somalia/Ostafrika. Geiselnahmen und Lösegelder gehören nicht zu den Taktiken der vor allem aus Nigeria stammenden Gangster. Sie überfallen vor allem Tanker mit höchster Brutalität, entführen das Schiff und pumpen die Ladung ab. Dass sie auch ansonsten alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist, muss nicht eigens erwähnt werden.

Unterdessen versuchen amerikanische und europäische Ausbilder die Küstenwache der Anrainerstaaten zu verstärken. Einen ausführlichen Bericht dazu gibt es in Voice of America.

Widerstand der Besatzung kann tödlich sein.

1.050 Piraten gefangenen genommen

1.050 somalische Piraten sind in 20 Ländern in Haft und wurden oder werden vor Gericht gestellt.

Das erklärte Alan Cole, der Counter Piracy Experte des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) in einem Interview mit der Beratungsfirma HansonWade.

UNODC beobachtet laut Cole drei Trends in Bezug auf die Piraterie am Horn von Afrika:

  1. Die quasiautonome somalische Region Puntland bekämpft die Piraten immer erfolgreicher. Sie werden Richtung Süden verdrängt in die Gebiete von Galguduud und Kismayo.
  2. Lösegelder für gekidnappte Schiffe und Crews werden zu immer größeren Teilen für organisierte Kriminalität wie Drogenhandel, Menschenschmuggel und Prostitution verwendet, zunehmend gehen Teile der Zahlungen aber auch an  islamische Terror-Organisationen in Somalia.
  3. Große Schiffe werden in den High Risk Gebieten unterdessen so gut geschützt, dass die Piraten zunehmend Fischtrawler und lokale Frachter (Dhaus) überfallen.

Das Interview mit Alan Cole kann hier kostenlos downgeloaded werden.

Das Counter Piracy Programm der UNODC gibt es hier als download

Piraterie vor Somalia jetzt multinational

Die somalischen Piraten bekommen Unterstützung von Kollegen aus dem Jemen. Die Piraterie vor dem Horn von Afrika scheint sich zu einem multinationalen, kriminellen Geschäft zu entwickeln.

Darauf wies jetzt der für Afrika zuständige  U.S. Diplomat Johnnie Carson hin. Nach seinen Angaben waren an der Ermordung der vier US-amerikanischen Segler von der Quest im letzten Monat neben Somalis auch Jeminiten beteiligt. Mehr…

Piraten-Terror jetzt als e-book

Das aktuelle Sachbuch über die organisierten Kriminalität auf Hoher See gibt es ab sofort auch als e-book. Hier downloaden und lesen.

Deutsche Anti-Piraten-Kämpfer frustriert

Die Seeleute des deutschen Kontingents innerhalb der europäischen Anti-Piraten-Mission vor Somalia sind frustriert, wenn sie festgesetzte Piraten aus politischen Gründen wieder laufen lassen müssen.

Das erklärte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, General Rainer Glatz, am Mittwoch bei seinem Truppenbesuch in Djibouti. Er fordert einen internationalen Gerichtshof gegen Piraterie.

Nach Aussagen Glatz’ ist in der Piraterie vor Somalia die Grenze zur organisierten Kriminalität längst überschritten. Das macht er an dem Beispiel der Mutterschiffe deutlich: Wurden im vergangenen Jahr 19 größere Pirateneinheiten ‘neutralisiert’, waren es allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres schon 116. Und zugleich funktioniert der ‘Nachschub’ in Somalia mit kleineren Angriffsbooten immer besser. So sind gegenwärtig 22 Schiffe mit 499 Seeleuten in der Hand der Piraten. Freilassung erfolgt nur gegen Lösegeld, wobei die Summen steigen und zuletzt bei 9 Millionen Dollar für einen Tanker lagen. ‘Wir nähern uns in diesem Jahr der Grenze von 100 Millionen US-Dollar an Lösegeld’, sagt Glatz. Mehr…