Untersuchung über Lösegeldverhandlungen mit Piraten

Piraten und Reeder haben nach Schiffsentführungen ein gemeinsames Interesse: Die Lösegeldverhandlungen zügig zu einem Ende zu bringen. Teuer wird es nur, wenn Regierungen sich einmischen.

Das ergab eine Untersuchung von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) und der britischen Brunel University. Die Forscher hatten zahlreiche Unterhändler befragt und ihr Ergebnis in eine Formel gepackt. Das Ergebnis. Das geringste Lösegeld gibt es, wenn die Verhandlungen sehr schnell über die Bühne gehen (<90 Tage) oder extrem lange dauern (>300 Tage). Maximale Lösegeldzahlungen erfolgten bei Übergabe der Geldpakete nach etwa 200 Tagen. 

Hier geht es zu der Studie.

In einer anderen Studie untersuchten Forscher 10.000 Verhandlungsberichte über Lösegeldverhandlungen zwischen den Piraten der Barbarenküste (Mittelmeer) und spanischen Unterhändlern in den Jahren 1575 bis 1739, die mit höchster Effektivität abliefen. 

Hier geht es zu dieser Studie.

Ist ein Deutscher Komplize somalischer Piraten? (UPDATE)

Der Nachrichtendienst SomaliaReport behauptet heute, der in Kenia lebende Deutsche Julian Bauer sei ein Komplize somalischer Piraten.

Angeblich berät Bauer die Piraten bei Lösegeldverhandlungen. Offiziell leitet er, wie es heißt, eine Nichtregierungsorganisation (NGO) namens Ecoterra. Mehr…

Ich konnte den Vorwurf bisher nicht verifizieren. Eine unabhängige Quelle für die Vorwürfe gibt es nicht. Heute morgen habe ich mit Herrn Bauer telefoniert. Er wollte zunächst keine Stellung nehmen, weil er den Bericht angeblich noch nicht gesehen hat. Ich rechne aber mit einer Stellungnahme bis heute abend.

UPDATE 05MAI: Ich habe unterrdessen eine umfangreiche mail von Julian Bauer/Ecoterra erhalten, die ausdrücklich nicht zur Veröffentlichung freigegeben ist (und im übrigen dafür auch nicht geeignet wäre, weil sie auf die Vorwürfe konkret gart nicht eingeht). Ich warte jetzt auf eine Stellungnahme, die beide Bedingungen erfüllt: Konkreter Bezug zu den aufgeworfenen Fragen und Freigabe zur Veröffentlichung.

Piraten-Boss muss lebenslänglich ins Gefängnis

Der Piratenunterhändler Mohammad Saaili Shibin aus Somalia wurde jetzt in den USA zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Shibin (Foto) war beteiligt an den Lösegeldverhandlungen für die Marida Marguerite und die US-Yacht Quest, auf der alle vier Segler von den Piraten ermordet wurden.

Der amerikanische Staatsanwalt Neil MacBride sagte nach der Verurteilung:

“Today’s verdict marks the conviction of the highest-ranking Somali pirate ever brought to the United States. He was among an elite fraternity of pirate negotiators — the vital link to any successful pirate attack. His skills were essential to obtain a ransom for those who attacked the vessel and the financiers who paid for the attack.”

Mehr…

Das ist Loyaan Si&#8217;id Barte*), einer der meistgesuchten Piraten Somalias. Er gilt als der erfolgreichste Unterhändler für Lösegelder. Seine Karriere begann, als er Anfang 2009 mit der Hamburger Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement GmbH &amp; Co. KG (‘BSMD’) über die Freilassung der MV Longchamp verhandelte. Sein letzter Deal war das 3,5-Mio-Dollar-Geschäft mit der MV Blida, die heute morgen freigelassen wurde.
Die Monitoring-Group für Somalia der Vereinten Nationen (UN) hat ein umfangreiches Dokument zu Barte in ihrem Bericht an den Sicherheitsrat vom Juli 2011 veröffentlicht. Hier anschauen (S. 221-227).
Die Bilder oben stammen aus dem erwähnten Bericht.
*) andere Schreibweise Looyan, Looyaan, Siciid, Loyan

Das ist Loyaan Si’id Barte*), einer der meistgesuchten Piraten Somalias. Er gilt als der erfolgreichste Unterhändler für Lösegelder. Seine Karriere begann, als er Anfang 2009 mit der Hamburger Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement GmbH & Co. KG (‘BSMD’) über die Freilassung der MV Longchamp verhandelte. Sein letzter Deal war das 3,5-Mio-Dollar-Geschäft mit der MV Blida, die heute morgen freigelassen wurde.

Die Monitoring-Group für Somalia der Vereinten Nationen (UN) hat ein umfangreiches Dokument zu Barte in ihrem Bericht an den Sicherheitsrat vom Juli 2011 veröffentlicht. Hier anschauen (S. 221-227).

Die Bilder oben stammen aus dem erwähnten Bericht.

*) andere Schreibweise Looyan, Looyaan, Siciid, Loyan