Nach der Staatsanwaltschaft hielten gestern die ersten Anwälte der zehn wegen Piraterie angeklagten Somalier ihre Plädoyers.
Die Staatsanwälte hatten mehrjährige Haftstrafen gefordert. Die Verteidiger plädierten für geringere Strafen und - in bisher einem Fall - für die Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit. Mehr…
Die mutmasslichen Piraten hatten im April 2010 das deutsche Schiff Taipan vor Somalia gekapert und waren an Bord von einer Sondereinheit niederländischer Marinesoldaten festgenommen worden.
Der Prozess am Hamburger Landgericht gegen zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia findet immer noch kein Ende.
Er wird seit September 2010 geführt und wurde jetzt bis in den Herbst 2012 verlängert. Drei der zehn Angeklagten wurden bereits aus der U-Haft entlassen. Sie wurden als Jugendliche in eine betreute Wohneinheit überführt, lernen deutsch und wollen in Deutschland bleiben.
Die zehn Männer hatten am Ostermontag 2010 den deutschen Frachter Taipan beschossen und gekapert. Sie wurden von niederländischen Marines an Bord der Taipan festgenommen.
- BILD berichtet hier über “den absurdesten Prozess” des Jahres. DIE WELT hier.
Kostendesaster! Nach einem Bericht der Bild-Zeitung kostet der Prozess in Hamburg gegen 10 somalische Piraten schon 1 Mio. Euro. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.
Begonnen hat das Verfahren im Oktober 2010. Die Angeklagten galten damals schon als überführt. Sie wurden von niederländischen Spezialeinheiten auf dem entführten deutschen Schiff Taipan festgenommen, sozusagen in flagranti.
Seitdem zieht sich der Prozess aber dahin. Besonders lukrativ ist er für die drei Dolmetscher, die haben schon über 300.000 Euro kassiert, sagt Bild. Die 20 Anwälte der zehn Angeklagten werden natürlich auch von Steuergeldern bezahlt. Sie erhalten pro Verhandlungstag 250 bis 385 Euro. Bei 83 Prozesstagen summiert sich das auf mittlerweile bis zu 40.000 Euro.
Hamburgs Justizsenatorin macht schon Pläne, wie sie wegen des Piratenprozesses die Bürgerschaft (so heißt das Parlament in Hamburg) dazu bringen kann, ihren Etat zu erhöhen. Mehr…
Die BILD-Zeitung regt sich darüber auf, dass drei der zehn Angeklagten im umstrittenen Hamburger Piratenprozess im Alter von 19 bis 21 Jahren “jetzt auf Steuerzahlerkosten in einer Jugendhilfe-Einrichtung in St. Pauli” leben, sich “frei und ohne Bewachung in der Stadt bewegen” dürfen und sogar noch Sprachunterricht erhalten, falls ihnen hier Asyl gewährt wird.
Die Piraten hatten Ostern 2010 vor Somalia den deutschen Frachter Taipan gekapert und die Besatzung als Geiseln genommen. Sie wurden von einer niederländischen Marineeinheit überwältigt und festgenommen. (Hier ist das Video der niederländischen Marine von der dramatischen Befreiungsaktion).
- Ich habe eine Lösung für das Problem: hier.
Die zehn Angeklagten im Hamburger Piratenprozess haben vor dem Überfall auf den deutschen Frachter Taipan bereits das indisches Schiff Hud Hud gekapert und von dort aus zwei weitere Frachter attackiert.
Das erklärte jetzt einer der mutmasslichen Piraten aus Somalia, denen seit fast zwei Jahren in Hamburg der Prozess gemacht wird. Mehr…
Die Piraten waren nach dem Überfall und der Geiselnahme der Besatzung an Bord der Taipan Ostern 2010 von niederländischen Spezialeinheiten festgenommen worden.
Kommentar. Das könnte eine glückliche Lösung für den verkorksten Piratenprozess in Hamburg sein: Indien stellt einen Auslieferungsantrag und wir setzen die Männer sofort ins Flugzeug, damit sie dort vor Gericht gestellt werden können. ich bin sicher, dass die Inder ein sinnvolles Urteil fällen werden.
Der Hamburger Piratenprozess dauert zwar schon zwei Jahre, aber klar ist nix. Jetzt heisst es, der einzige geständige Pirat sei ein Lügner.
Der Mann aus Somalia hatte Ende Februar seine neun Mitangeklagten schwer belastet. Er sei nur der Dolmetscher gewesen. Jetzt behaupten die Mitangeklagten, der Mann sei der Anführer der Pirat Action Group (PAG) gewesen, die Ostern 2010 den deutschen Frachter Taipan überfallen hätte. Außerdem hätte er einen falschen Namen angegeben. Mehr…
Kommentar. Ich habe den Eindruck, die Piraten (oder ihre Anwälte) haben sich eine Art Verarschungsstrategie für das deutsche Gericht ausgedacht. Tatsache ist doch: Alle zehn wurden in flagranti an Bord der entführten Taipan ertappt. Und sie gingen nicht freiwillig von Bord, sondern mussten von einer niederländischen Spezialeinheit festgenommen werden.
- Das Helmkamera-Video von der dramatischen Befreiungsaktion zur Erinnerung: hier.
Drei der zehn somalischen Angeklagten im Hamburger Piratenprozess wurden jetzt aus der Haft entlassen. Sie können sich frei in Hamburg bewegen. Unterkunft und Verpflegung werden ihnen gestellt.
Das Gericht war der Ansicht, zwei Jahre Untersuchungshaft ständen bei diesen jungen Angeklagten in keinem Verhältnis zur erwarteten Strafe.
Die zehn Angeklagten haben vor zwei Jahren den Hamburger Frachter “Taipan” gekapert und wurden an Bord von niederländischen Marinesoldaten in flagranti ertappt und festgenommen. In Hamburg stehen die zehn Somalier seit mehr als anderthalb Jahren vor Gericht. Wann die Urteile gesprochen werden, ist bislang noch nicht abzusehen. Mehr…
Der Prozess gegen zehn mutmassliche Piraten aus Somalia vor dem Hamburger Landgericht findet kein Ende.
Nach 16 Monaten Verfahrensdauer kündigte der Richter neue Termine bis Ende Mai an. Im Februar hatte einer der Angeklagten überraschend gestanden und seine Mittäter der Lüge bezichtigt. Gestern erklärte er vor Gericht, er werde seitdem mit dem Tod bedroht. Dennoch packte er weiter aus.
Nach seiner Darstellung war der Überfall auf das deutsche Schiff Taipan an Ostern 2010 gut geplant. Alle Beteiligten hätten Verträge mit den Hintermännern unterschrieben. Niemand sei zu dem Angriff gezwungen worden (was einige der Täter behauptet hatten).
Alle zehn Angeklagten waren von niederländischen Spezialkommandos an Bord der Taipan in flagranti ertappt und festgenommen worden.
Im Hamburger Piratenprozess verrät einer der zehn angeklagten Somalier jetzt immer mehr Details.
Nach 15 Prozessmonaten hatte sich der 29jährige Mann gestern entschlossen, endlich die Wahrheit über den Piratenüberfall auf das deutsche Schiff Taipan an Ostern 2010 zu sagen. “Bisher wurden hier lauter Märchen erzählt”, sagte er. Niemand sei gezwungen worden, mitzumachen. Alle hätten sich bewusst und per Vertrag zu dem kriminellen Geschäft der Piraterie verpflichtet.
Heute sagte er, er selbst sei als Dolmetscher für insgesamt 1.700 US-Dollar angeheuert worden und habe das Schiff als erster geentert. In der Hand eine Pistole. “Ungeladen”, sagt er. Mal sehen, was die anderen Angeklagten sagen, falls sie sich nun auch entscheiden, ihre Komplizen zu belasten…
NDR-Bericht: hier.
Endlich ist Schluß mit den Märchenstunden im Hamburger Piratenprozeß. Einer der zehn angeklagten Somalier hat heute ausgepackt und sich und seine Komplizen schwer belastet.
In dem schon seit 15 Monate andauernden Verfahren geht es um den Überfall auf den deutschen Frachter Taipan an Ostern 2010. Die zehn Männer hatten das Schiff beschossen und in ihre Gewalt gebracht. Sie wurden in flagranti von einer niederländischen Spezialeinheit an Bord der Taipan festgenommen.
Die meisten der Angeklagten hatte bisher nur über ihre schwere Kindheit und ihr schweres Leben in Somalia Aussagen gemacht und ansonsten behauptet, sie seien zu dem Überfall gezwungen worden.
Mit diesen Behauptungen räumte der 29jährige Angeklagte jetzt aus. Er sagte: “Hier wurden jeden Tag Märchen erzählt.”
Bei dem Überfall habe es eine klare Rollenverteilung gegeben. “Wir wurden angestellt, jeder kannte seine Aufgabe.” Die Taktik, die Aufgaben der einzelnen Piraten, der Umgang mit den Geiseln und die Aufteilung des erwarteten Lösegeldes waren sogar schriftlich festgelegt. “Jeder hat unterschrieben”, sagte der Mann.
Er selbst sei als Dolmetscher angeheuert worden. Seine Komplizen hätten von den Hintermännern des Überfalls Kalaschnikow-Sturmgewehre und Panzerfäuste erhalten. Mehr…
Einer der Angeklagten im Hamburger Piratenprozess fordert seine Hinrichtung. das sei besser als die von der Staatsanwaltschaft geforderten zehn Jahre Haft wegen des Angriffes auf das deutsche Schiff Taipan.
Das erklärte gestern der Verteidiger des Mannes, nachdem die Staatsanwaltschaft hohe Haftstrafen für die zehn Männer aus Somalia gefordert hatten. Die Angeklagten hatten Ostern 2010 schwer bewaffnet die Taipan gekapert und die Besatzung als Geiseln genommen, um Lösegelder zu erpressen. Ein Eliteteam der niederländischen Marine stürmte das Schiff, befreite die Geiseln und nahm die Piraten noch an Bord fest.
Die meisten der Angeklagten haben die Tat zugegeben, berufen sich aber auf mildernde Umstände wegen der schwierigen Umstände in ihrem Heimatland Somalia. Mehr…
Im Hamburger Piratenprozess forderte der Staatsanwalt jetzt insgesamt 81 Jahre Haft für die Angeklagte.
Die Männer hatten Ostern 2010 das unter deutscher Flagge fahrende Containerschiff Taipan vor der Küste Somalis mit Waffengewalt gekapert. Die Besatzung und ihr deutscher Kapitän wurden unverletzt von einem niederländischen Marinekommando befreit. Mehr…
Im Hamburger Piratenprozess beginnen heute die Plädoyers der Staatsanwaltschaft.
Das Verfahren gegen zehn Somalier, die bei der Befreiung des deutschen Frachter Taipan Ostern 2010 festgenommen wurden dauert schon 14 Monate und hat allein für die Strafverteidigung der Angeklagten 300.000 Euro gekostet. Mehr…
Die Beweisaufnahme im Hamburger Prozess gegen 10 mutmaßliche Piraten aus Somalia ist abgeschlossen. Am Mittwoch (25. Januar) will die Staatsanwaltschaft ihre Plädoyers halten.
Die Männer hatten am Ostermontag 2010 das Hamburger Containerschiff Taipan überfallen und wurden bei der Befreiungsaktion durch die niederländische Marine an Bord des deutschehn Schiuffes festgenommen. Der Prozess läuft schon seit 14 Monaten. Mehr…
- Das dramatische Video der niederländischen Spezialeinheiten von der Befreiung der Taipan seht ihr hier.
Einer der Angeklagten im Hamburger Piratenprozess wurde im Gefängnis von einem Mithäftling verprügelt.
Das seit 13 Monaten laufende Verfahren musste deshalb unterbrochen werden. Der Angeklagte, der bei Prozessbeginn behauptet hatte, er sei erst 13 Jahre alt, wurde angeblich im Gefängnis erpresst und geschlagen.
Er gehört zu zehn Somaliern, die im April 2010 bei der Befreiungsaktion auf dem deutschen Schiff Taipan von niederländischen Marines festgenommen worden waren. Mehr…