22 Geiseln freigelassen

Fast drei Jahre nach ihrer Entführung wurden 22 Seeleute der MV Iceberg (Foto) heute von Piraten aus Somalia aus der Geiselhaft entlassen.

Noch ist unklar, wie die Geiseln freikamen. Aus der autonomen somalischen Region Puntland heißt es, Regierungkräfte hätte in einer zwei Wochen dauernden Operation drei Piraten getötet, drei weitere festgenommen und dann die Geiseln befreit. Mindestens ein Beamter sei dabei ums Leben kommen, drei weitere wurden verletzt.

Die Piraten behaupten, sie hätten die Geiseln von sich aus freigelassen.

Ein Lösegeld wurde angeblich nicht bezahlt. Der Eigner hatte schon vor langer Zeit die Verhandlungen mit den Piraten eingestellt, heißt es, und stattdessen Puntland 1,5 Mio. Dollar für die Befreiungsaktion zur Verfügung gestellt.

Der 4.500-Tonnen-Frachter gehört der Azal Shipping in Dubai und fährt unter panamesischer Flagge. Das Schiff wurde am 29. Mai 2010 zehn Seemeilen vor Aden im Jemen entführt und war seitdem in der Gewalt somalischer Piraten. Kein anderes Schiff war länger von Piraten besetzt. Mehr…

Die Crew stammt aus Indien, Pakistan, Ghana, aus dem Sudan, dem Jemen und von den Philippinen. Ein Seemann beging im Oktober letzten Jahres Selbstmord, indem er über die Reling sprang und ertrank.

Jetzt halten die Piraten noch vier Schiffe mit 114 Geiseln in ihrer Gewalt.

  • Spiegel-Bericht zur Freilassung: hier
  • AllAfrica Bericht über die Befreiungsaktion: hier
  • Bericht über die Beteiligung der südafrikanischen Söldnerfirma Saracen International an der Befreiung: hier.

Fünf Piraten nach Puntland überstellt

Fünf somalische Piraten, die auf den Seychellen verurteilt wurden, sitzen jetzt in einem neuen Gefängnis auf dem Festland ein.

Die Haftanstalt befindet sich in Bossaso, der Hauptstadt der autonomen somalischen Provinz Puntland. Der Ausbau des Gefängnisses war von der UNO unterstützt worden (U.N. Office on Drugs and Crime  - UNODC). Insgesamt 40 verurteilte Piraten sollen künftig dort untergebracht werden. Mehr…

Puntland nimmt drei Piraten fest

Sicherheitskräfte der autonomen somalischen Region Puntland haben diese Woche drei Männer festgenommen.

Die Männer waren mit einem Speedboot unterwegs, dass Gerätschaften wie Enterleitern und Waffen an Bord hatte. Puntland bemüht sich mit einer robusten Verfolgung von Piraten um internationale Gelder und Anerkennung. Mehr

Puntland erwischt koreanisches Schiff beim Verklappen

Die Behörden der autonomen somalischen Provinz Puntland haben einen nordkoreanischen Frachter erwischt, der 5.000 Tonnen Zement vor der Küste verklappte.

DieM.V. Daesan pumpte den Zement 13 sm vor dem Ort Bossaso ins Rote Meer. Die 33köpfige Besatzung des Schiffes wurde festgenommen, der Frachter an die kette gelegt. Von Nordkorea gibt es bisher keine Reaktion auf den Vorfall. Mehr…

Der Vorfall ist auch deshalb interessant, weil somalische Piraten gelegentlich behaupten, sie seien ehemalige Fischer und nur deshalb Seeräuber geworden, weil die illegale Verklappung von giftigen Stoffen den Fischbestand vor ihrer Küste derart reduziert hätte, dass sie von der Fischerei nicht mehr leben könnten. 

Im Juli war die M.V. Deasan vor dem Oman in Seenot geraten und musste von Schleppern in Sicherheit gebracht werden.

53 Piraten, Terroristen in Puntland verhaftet

Die Sicherheitsbehörden der semiautonomen somalischen Region Puntland haben nach eigenen Angaben in den letzten Tagen 53 Männer verhaftet, denen Verbindungen zu Piraterie und/oder Terrorismus nachgesagt werden. Mehr…

Piraten News vom 26. Juli

Showlauf der Giganten: Während die Piraten vor Somalia monsun-bedingt Sommerpause machen, zeigen die Militärs im Indischen Ozean ihre Instrumente. Hier rauschen (von links nach rechts) die koreanische Fregatte Wang Geon (Combined Task Force 151), die französische  Marne (Atalanta) and die niederländische Fregatte Evertsen (Ocean Shield - NATO) durch die Wellen. Quelle: EuNavFor

Militäroperation gegen Piraten in Galkayo. In der puntländischen Stadt im Norden Somalias haben die Sicherheitskräfte mit umfangeichen Operationen gegen Piraten und andere Kriminelle begonnen. Zwei Piraten wurden bislang getötet, fünf festgenommen. Quelle: SomaliaReport

Puntland: Helikopter-Attacke auf Piraten-Anführer

Die Sicherheitskräfte der autonomen somalischen Region Puntland haben versucht, einen Piraten-Hauptmann zu töten.

Ein offizieller Sprecher bestätigte gestern, dass von einem Regierungshelikopter aus ein Haus in dem Ort Bali Dhidid bombardiert wurde, in dem der mutmaßliche Pirat Issa Yuluh vermutet wurde. Der Mann habe verletzt flüchten können, das Haus und drei Fahrzeuge seien zerstört worden. Mehr…

Puntland geht in letzter Zeit verschärft, gegen Piraten vor. Dafür erhält es Gelder aus Europa, aus den Vereingten Arabischen Emiraten (UAE) und den USA. Zuletzt machten die Sicherheitskräfte eine Razzia in der Piratenhochburg Bargal. Angeblich werden die Sicherheitskräfte von Söldnern der südafrikanischen Sicherheitsfirma Sarazen unterstützt.

Zur Zeit besucht der niederländische Minister Ben Knapen (Foto) die Region. In Garowe, der Hauptstadt Puntlands, sagt Knapen, der Kampf gegen Piraten müsse verstärkt werden. Mehr…

Elf festgenommene Piraten waren gar keine

Die in der somalischen Region Puntland festgenommen Piraten waren gar keine. Ich habe meine Meldung vom 28. Mai korrigiert.

Wie es jetzt heißt, sind die Festgenommenen harmlose Fischer, die gegen eine Stationierung von Söldnern in der Region Hafun (Karte rechts) protestiert hatten. Sie werden jetzt freigelassen.

Bei der Aktion letzte Woche soll es drei Tote gegeben haben. Beteiligt an dem Einsatz waren Söldner der südamerikanischen Firma Saracen Int. Die Newssite raxanreeb.com berichtet darüber sehr interessant:

Saracen International, a security company associated with Uganda’s Gen Caleb Akandwanaho, alias Salim Saleh, a senior advisor to President Yoweri Museveni, who is also his younger brother, has come under the international spotlight for its alleged involvement in training militia in Somalia’s semi-autonomous Puntland state.

Several news agencies have reported that a well-equipped military force was being created in northern Somalia with the help of Michael Shanklin, a former CIA officer and Pierre Prosper, an ambassador-at-large for war crimes issues under former President George W. Bush.

Puntland nimmt elf Piraten fest (Update June 2: Männer wieder freigelassen)

Die Behörden der quasiautonomen somalischen Provinz Puntland haben gestern morgen in Hafun elf Piraten festgenommen, darunter ein wegen mehrfachen Mordes gesuchter Anführer.

Die PMPF (Puntland Maritime Police Force) beschlagnahmte bei der Aktion einen Toyota-Geländewagen, mehrere Sturmgewehre und ein schweres Maschinengewehr. Zu den Festgenommenen gehört Mohamed Mohamud Mohamed Hassan (Kampfname: Dhafoor), dem unter anderem vorgeworfen wird, an der Ermordung von fünf Polizisten beteiligt gewesen zu sein, die im letzten Jahr versuchten eine entführte dänische Familie zu befreien. Mehr…

UPDATE Jun2: Unterdessen teilt PMPF mit, dass es sich um einen Irrtum handle. Bei den elf Festgenommenen  handle es sich um harmlose Fischer.

An der misslungen PMPF Operation war nach Presseberichten die südafrikanische Söldner-Organisation Saracen International beteiligt, die Verbindungen zur amerikanischen CIA haben soll. Mehr…

US Navy tötet somalische Fischer

Nach Angaben der autonomen somalischen Region Puntland haben US-Streitkräfte zwei Fischer vor Somalia getötet. Die Männer seien mit Piraten verwechselt worden. Der Vorfall fand angeblich bereits am 17. März statt. Eine Bestätigung durch die USA gibt es nicht.

Puntland Minister zerpflückt Piraten-Studie

Der Anti-Piratenminister der quasiautonomen somalischen Region Puntland, Saeed Mohamed Rage (Foto), zerpflückt eine Piratenstudie des britischen Think-Tanks Chatham House.

In der Studie war behauptet worden, Piraterie sei gut für die Wirtschaftsentwicklung Somalias, einem der ärmsten Länder der Welt und ein sogenannter failed state - ein Staat ohne funktionierene Strukturen. Der Minister wirft der Autorin der Studie vor, bdeutungslose Phrasen zu ferwenden und die Ergebnisse der Studie komplett falsch zu interpretieren. Aus seiner Sicht ist Piraterie schädlich für die Wirtschaftsentwicklung. Der Aufschwung von Puntland sei nicht den Piraten, sondern ihrer Bekämpfung geschuldet.

Satelittenfoto aus der Chatham-Studie als Beleg für den Aufschwung durch Piraterie

  • Die komplette Studie: hier (als pdf)
  • Die Antwort des Ministers: hier.


MV Enrico Ievoli: Piraten verhaftet

Sicherheitskräfte haben in Puntland zehn Piraten festgenommen, die an Bord des gekaperten italienischen Tankers Enrico Ievoli (Foto) gehen wollten.

Das am 27. Dezember mit 18 Besatzungsmitgliedern entführte Schiff liegt jetzt vor Dhinooda/Somalia. Die festgenommenen Männer gehörten zu den Investoren in das Entführungsprojekt oder waren als Bewacher für die Geiseln vorgesehen.

  • Bericht über die Entführung der Enrico Ievoli: hier.
  • SomaliaReport über de Festnahme der Piraten: hier.

Puntland nimmt Dutzende Piraten fest

In der semiautonomen somalischen Region Puntland nahmen die Sicherheitsbehörden Dutzende von Piraten fest und beschlagnahmten neun Speedbotte sowie zahlreiche Geländefahrzeuge.

Die Anti-Piraten-Aktion wurde mit Hilfe der Dorfältesten und der einheimischen Bevölkerung in den letzten Wochen durchgeführt. Nach Angaben der puntländischen Behörden wurden dadurch etwa zehn geplante Angriffe auf internationale Handelsschiffe vor der Küste von Somalia verhindert. Mehr…

150 Piraten in Somalia verhaftet

Die Sicherheitsbehörden in Puntland haben in den letzten zwei Wochen 150 mutmaßliche Piraten verhaftet und zahlreiche Waffen beschlagnahmt.

Das berichtet der Nachrichtendienst SomaliaReport. Angeblich wurden die meisten Männer in Gewahrsam genommen, als sie mit Schnellbooten zu neuen Angriffen aufbrechen wollten. Puntland ist eine quasi-autonomme Region des zerfallenen Staates Somalia und Zentrum der Piraterie in Ostafrika.

Zwei Piraten bei Feuergefecht getötet

Mindestens drei Tote, darunter zwei mutmaßliche Piraten, gab es bei einem Feuergefecht zwischen Milizen des Bezirks Burtinle in Puntland/Somalia und Piraten.

Nach Angaben des Nachrichtendienstes SomaliaReport wollten die Bezirksmilizen etwa 15 Piraten daran hindern, die Grenzen ihres Gebietes zu überqueren. Zahlreiche Gemeinden und Bezirke in Somalia lehnen es unterdessen ab, Piraten den Zugang zu ihren Gebietebn zu genehmigen. Sie befürchten Unruhe, Instabilität und eine Veränderung ihres Lebensstils durch die Gangster.

Bei der Schießerei gab es zahlreiche Verletzte und drei Tote. Mehr…