Immer noch kein Urteil im Hamburger Piratenprozeß. Während der Schlussworte der zehn Angeklagten Männer aus Somalia eröffnete das Gericht erneut die Beweisaufnahme.
Einer der Männer hatte gesagt, er kenne die Telefonnummer eines Auftraggebers der Piraten. Ob das Urteil wie geplant morgen verkündet werden kann? Unklar.
Die Angeklagten im Hamburger Piratenprozess bleiben in Haft. Das entschied das Gericht am 94. Verhandlungstag.
Die Anwälte zweier mutmaßlicher Piraten aus Somalia hatten wegen der Länge des Prozesses die Freilassung ihrer Mandanten aus der U-Haft gefordert. Der Prozess dauert schon zwei Jahre, ein Ende ist nicht in Sicht. Drei als jugendlich eingestufte Angeklagte sind bereits freigelassen worden und leben jetzt betreut in Hamburg. Mehr…
Der Prozess am Hamburger Landgericht gegen zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia findet immer noch kein Ende.
Er wird seit September 2010 geführt und wurde jetzt bis in den Herbst 2012 verlängert. Drei der zehn Angeklagten wurden bereits aus der U-Haft entlassen. Sie wurden als Jugendliche in eine betreute Wohneinheit überführt, lernen deutsch und wollen in Deutschland bleiben.
Die zehn Männer hatten am Ostermontag 2010 den deutschen Frachter Taipan beschossen und gekapert. Sie wurden von niederländischen Marines an Bord der Taipan festgenommen.
- BILD berichtet hier über “den absurdesten Prozess” des Jahres. DIE WELT hier.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) stecken zehn somalische Piraten lebenslänglich ins Gefängnis.
Die zehn Männer hatten 30 Stunden lang Furcht undf Horror auf dem Bulker Arrilah-I (Foto) verbreitet, als sie versuchten, die 24köpfige Besatzung aus der Zitadelle herauszubomben. Die Piraten wurden schliesslich von UAE-Spezialeinheiten und Einheiten der US Fith Fleet überwältigt und festgenommen.

Die Verurteilung in den Arabischen Emiraten gilt als wichtiger Schritt in der Bekämpfung somalischer Piraten. Bisher hatte Kenia die meisten Prozesse gegen die Seeräuber geführt.
Der kenianische Botschafter Mohamed Gello erklärte dazu:
This was a very strong message the UAE sent, that it had joined in the war against piracy and in prosecuting pirates. The sentences send a very clear signal to the international community that the UAE is ready to deal with piracy very seriously.
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Heute beginnt in Paris der Prozess gegen sechs Männer aus Somalia, die am 4. April 2008 die französische Luxusyacht Le Ponant überfallen und 30 Geiseln genommen haben sollen.
Die Piraten hatten Schiff und Geiseln bereits nach einer Woche gegen ein Lösegeld von 1,7 Mio Euro freigelassen. Französische Spezialeinheiten jagten die Männer aber in Somalia und nahmen sie schließlich fest. Alle sechs wurden von den Geiseln als Geiselnehmer identifiziert.
Aber nur einer der Angeklagten gab bisher zu, Pirat zu sein. Zwei weitere Männer behaupten, sie seien nur an Bord der Le Ponant gewesen, um Ziegen und Drogen zu verkaufen. Die anderen sagen, sie hätten das Schiff niemals betreten.
Bei einer Verurteilung droht den Männern lebenslange Haft. Mehr…
Der Prozess gegen zehn mutmassliche Piraten aus Somalia vor dem Hamburger Landgericht findet kein Ende.
Nach 16 Monaten Verfahrensdauer kündigte der Richter neue Termine bis Ende Mai an. Im Februar hatte einer der Angeklagten überraschend gestanden und seine Mittäter der Lüge bezichtigt. Gestern erklärte er vor Gericht, er werde seitdem mit dem Tod bedroht. Dennoch packte er weiter aus.
Nach seiner Darstellung war der Überfall auf das deutsche Schiff Taipan an Ostern 2010 gut geplant. Alle Beteiligten hätten Verträge mit den Hintermännern unterschrieben. Niemand sei zu dem Angriff gezwungen worden (was einige der Täter behauptet hatten).
Alle zehn Angeklagten waren von niederländischen Spezialkommandos an Bord der Taipan in flagranti ertappt und festgenommen worden.
Im Hamburger Piratenprozess verrät einer der zehn angeklagten Somalier jetzt immer mehr Details.
Nach 15 Prozessmonaten hatte sich der 29jährige Mann gestern entschlossen, endlich die Wahrheit über den Piratenüberfall auf das deutsche Schiff Taipan an Ostern 2010 zu sagen. “Bisher wurden hier lauter Märchen erzählt”, sagte er. Niemand sei gezwungen worden, mitzumachen. Alle hätten sich bewusst und per Vertrag zu dem kriminellen Geschäft der Piraterie verpflichtet.
Heute sagte er, er selbst sei als Dolmetscher für insgesamt 1.700 US-Dollar angeheuert worden und habe das Schiff als erster geentert. In der Hand eine Pistole. “Ungeladen”, sagt er. Mal sehen, was die anderen Angeklagten sagen, falls sie sich nun auch entscheiden, ihre Komplizen zu belasten…
NDR-Bericht: hier.
Schwierige Situation für die Anwälte im Hamburger Piratenprozess, nachdem einer der verdächtigen Somalier gestern zugegeben hat, dass das Gericht von den Angeklagten systematisch belogen wurde.
Jetzt berichtet ein Dortmunder Anwalt über seine Sicht des Prozesses. Der Mann wurde als Verteidiger eines der zehn Angeklagten angeheuert und fährt seit 15 Monaten zwei mal pro Woche von Dortmund (wo seine Kanzlei ist) nach Hamburg (wo der Prozess stattfindet). Der Westen hat mit dem Anwalt gesprochen.
– Einer der Angeklagten im Hamburger Piratenprozess über die Aussagen seiner Mithäftlinge. Mehr…
Nach 77 Verhandlungstagen hat das Hamburger Landgericht heute beschlossen, aus dem Prozess gegen zehn somalische Piraten zwei zu machen.
Das soll das Verfahren “beschleunigen”. In dem einen Verfahren sollen die Angeklagten verurteilt werden, die behaupten, minderjährig zu sein. Im anderen Verfahren soll das Urteil gegen die Haupttäter gefällt werden. Mehr…
Im Hamburger Piratenprozess beginnen heute die Plädoyers der Staatsanwaltschaft.
Das Verfahren gegen zehn Somalier, die bei der Befreiung des deutschen Frachter Taipan Ostern 2010 festgenommen wurden dauert schon 14 Monate und hat allein für die Strafverteidigung der Angeklagten 300.000 Euro gekostet. Mehr…
Im US-Staat Virginia stehen fünf somalische Piraten vor Gericht, die irrtümlich das US-Kriegsschiff USS Nicholas angegriffen hatten. Die Piraten behaupten, sie seien keine Piraten, sondern von Piraten zu dem Überfall gezwungen worden. Bei der Festlegung des Strafmaßes im März kommenden Jahres drohen den Männern lebenslange Haftstrafen. Mehr…
Der Journalisten Abdulkadir Khalif in Mogadischu erklärt der Tagesschau in einem Interview die Piraterie in Somalia und wie man sie bekämpfen könnte.
Die Frankfurter Rundschau über den Piraten-Prozess.
NDR Info fragt: Wem nutzt dieser Strafprozess? Antwort: niemandem.