Piraten foltern und töten Geiseln in Somalia

Folter und Mord gehören bei den Piraten aus Somalia zum Geschäft. Jetzt beschreibt die indische Ex-Geisel Ravinder Singh, wie er an Bord der MV Suez von den Seeräubern misshandelt wurden.

Singh war von August 2010 bis Juni 2011 Geisel. “Wir wurden behandelt wie Tiere”, sagt er. Es gab wenig zu essen, aber Schläge, wenn die Piraten betrunken waren. Einmal wurde ein Crew-Mitglied verbrannt. Singh im Gespräch mit der Agentur DNA:

“One day a pirate suddenly charged at us. He picked an Egyptian, poured oil over him and set him ablaze. We could do nothing. The pirates did it because negotiations weren’t going on very well. Then they started punching a Pakistani crew member’s face and broke all his teeth. From then on, beatings became a regular feature.”

Ein anderer Seemann erlebte eine Scheinhinrichtung:

“Along with the captain, I was offloaded from the ship and taken ashore. They blindfolded us and fired in the air and then said they were going to kill us. We heard shots being fired in the air. It was a mock execution meant to scare us so that we would exert pressure on the ship owners to pay up.”

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Indische Seeleute von Piraten gefoltert

Die indischen Seeleute von der MV Suez berichten nach ihrer Freilassung von den Zuständen an Bord des Schiffes während der Geiselnahme.

Zehn Monate lang war das ägyptische Schiff in der Hand somalischer Piraten. In dieser Zeit erlitt die Crew Hunger, Prügel und Folter. Oft gab es tagelang nur Wasser und einmal in der Woche Nudeln oder Reis. Wenn die Piraten betrunken waren, folterten und misshandelten sie die Seemänner.

Die sechs Inder von der MV Suez trafen heute nach der Befreiung durch pakistanische Marineeinheiten in Indien ein. Mehr…

MV SUEZ nach Freigabe durch Piraten gesunken

Das Drama um die vor zehn Monaten entführte MV Suez (Foto) hat einen Abschluß gefunden, zumindest was das Schiff betrifft: Es ist gesunken. Die 22köpfige Besatzung wurde rechtzeitig auf ein pakistanisches Kriegsschiff evakuiert und soll heute in Karachi eintreffen.

Omanische Behörden haben den Untergang des ägyptischen Frachters heute bestätigt. Die Wassertiefe an der Unglücksstelle betrage über 4.000 Meter. Eine Gefahr für die Schifffahrt und die Umwelt bestehe nicht. Die Besatzung musste das Schiff aufgeben, weil es keinerlei Treibstoff mehr an Bord hatte.

Eine Zusammenfassung der Vorgänge auf und um die Suez von der Geiselnahme durch somalische Piraten über die zunächst gescheiterte Lösegeldübergabe und eine zweite Piratenattacke bis zum Untergang: hier.

Albtraum für MV SUEZ Crew geht weiter

Das Drama um den erst von Piraten gekidnappte, dann in Seenot geratenen ägyptischen Seelenverkäufer MV Suez (Foto) geht weiter.

Zwar wurde das Schiff inzwischen evakuiert und die Besatzung auf ein pakistanisches Kriegsschiff gebracht, aber die Rückkehr der befreiten Geiseln verzögert sich wegen schlechtem Wetter um mindestens zwei Tage.

Eine sehr gute (engl.) Zusammenfassung der Vorgänge um die Suez und der Hintergründe gibt es hier. In deutsch: hier.

Hier habe ich noch ein Video vom Drama um die MV Suez mit Live-Stimme des Kapitäns und einer befreiten Geisel

Drama im Arabischen Meer: Freigelassene MV SUEZ sinkt, Crew evakuiert

Der ägyptische Frachter MV Suez ist nach seiner Freilassung durch somalische Piraten 100 sm vor Salalah/Oman in Seenot geraten. Die 22köpfige Besatzung wurde auf ein pakistanisches Kriegsschiff evakuiert. Die Suez treibt antriebslos im Meer. Mit ihrem Untergang wird jeden Moment gerechnet.

Das Drama um die Suez  (Foto) nimmt kein Ende. Vor zehn Monaten wurde sie von Piraten entführt. Die 22 Crew-Mitglieder aus Ägypten, Pakistan, Sri Lanka und Indien kamen in Geiselhaft.

Aber damit fing die Pechsträhne der Männer und ihres Schiffes erst an.

  • Als der Eigner und andere Geldgeber das Lösegeld in Höhe von 1,5 Mio. Dollar endlich zusammen hatten, schlug die Übergabe fehl. Die Geldboten wurden auf dem Flughafen in Mogadischu/Somalia verhaftet. Ihre Flugzeuge und das gesamte Lösegeld beschlagnahmt. Mehr...
  • Kaum war Ersatzgeld beschafft und das Schiff endlich freigelassen worden, wurde es auf dem Weg nach Salalah im Oman schon wieder von Gangstern attackiert und mit Panzergranaten beschossen. Einem Piraten gelang es sogar, an Bord der Suez zu klettern. Er wurde aber von der Besatzung trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes überwältigt und ins Meer geworfen. Mehr…
  • Wieder versuchte das Schiff, den rettenden Hafen zu erreichen. Aber dann waren die Treibstofftanks leer. Die Suez trieb hilflos in der der durch den Monsun aufgewühlten See.
  • Ein herbeigerufener Schlepper fiel wegen technischer Probleme aus und konnte nicht helfen.

Inzwischen war aber wenigstens das pakistanische Kriegsschiff PNS Babur aufgekreuzt und schickte ein Boardingteam, Ärzte und Lebensmittel an Bord. Schließlich bat der Käpitän der Suez die Pakistani um die Evakuierung seiner Leute.

Unterdessen ist die Besatzung der Suez  auf dem Weg nach Pakistan (im übrigen eifersüchtig überwacht von der indischen Marine). Die Suez ist ihrem Schicksal preisgegeben und sinkt. Mehr…

Das letzte Bild der Suez-Besatzung vor der Evakuierung durch pakistanische Marine-Soldaten

MV SUEZ schon wieder von Piraten angegriffen

Vier Tage nach ihrer Freigabe wurde die vor zehn Monaten gekaperte MV Suez erneut von Piraten attackiert.

Erst am Samstag war das Schiff gegen Zahlung von 1,5 Mio Dollar Lösegeld von somalischen Piraten freigelassen worden. Bei der Lösegeldzahlung war es zu einem Zwischenfall gekommen. Die Agenten, die das Geld über dem Schiff abwerfen sollten, wurden in Mogadischu mit Reisetaschen voller Dollarscheine verhaftet. Anscheinend wurde die Summe auf anderem Wege übergeben.

Die Besatzung der Suez besteht aus 6 Indern, 4 Pakistanis, 1 Sri Lankan und 11 Ägyptern.

Das Lösegeld war vom Ansar Burney Welfare Trust (ABWT), der Sindh Regierung und den Eignern der Suez aufgebracht worden. Nach der Freilassung dampfte das Schiff in Richtung Salalah/Oman, um dort notwendige Reparaturen vornehmen zu lassen und Kraftstoff zu bunkern. Es befand sich dabei unter indischer Satelliten-Überwachung.

Kurz vor Erreichen des Hafens wurde die Suez gestern von vier Piraten mit Raketen und Sturmgewehren beschossen. Ein Hilferuf an die indische Marine blieb nach Angaben der Nachrichtenseite SeaNews ohne Ergebnis. Dennoch konnte  die Besatzung das Schiff in Sicherheit bringen.

Einem der Piraten war es gelungen, an Bord zu kommen. Er wurde von der Besatzung überwältigt und sprang unter Zurücklassung seiner AK 47 über Bord.

Lösegeld-Agenten mit 3,6 Mio $ festgenommen

Die am 24. Mai in Mogadischu festgenommenen Geldboten sind immer noch in Polizeigewahrsam. Es handelt sich um sechs Lösegeld-Agenten der kenianischen Security Firma Salama Fikira. Angeblich hatten sie 3,6 Mio. US-Dollar in bar dabei.

Das Geld war als Lösegeld gedacht für die MV Yuan Xiang (2,1 Mio) und die MV Suez (1,5 Mio). Das Geld wurde von den Behörden beschlagnahmt. Beide Schiffe sind unterdessen aber frei, offenbar haben die Eigentümer frisches Geld beschafft und den Piraten übergeben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen US-Amerikaner, drei Briten, zwei Kenianer. Ihnen wird illegale Einfuhr von Devisen vorgeworfen. Die sechs Agenten waren mit zwei Flugzeugen von den Seychellen und Kenia kommend in Mogadischu gelandet. Beide Maschinen wurden beschlagnahmt. Es handelt sich um einen Business-Jet vom Typ Cessna Citation und eine einmotorige Cessna Caravan (Foto). Die kleinere Maschine wurde speziell für Lösegeldabwürfe umgebaut und ist schon seit mindestens zwei Jahren im Einsatz.

Bei der Sonderausstattung handelt es sich um ein GPS-gesteuertes Fallschirmsystem, mit dem die Lösegeldkanister direkt auf oder neben dem gekidnappten Schiff abgeworfen werden können.

Salama Fikira wird von ehemaligen britischen Sondereinsatz-Kämpfern  geführt. Rob Anton Obe war bei der SAS (Special Air Service), Conrad Thorpe Obe war bei der SBS (Special Boat Service) der Royal Marines.

Am Donnerstag sollen die Festgenommenen vor Gericht gestellt werden. Mehr…

Woche der Rekordlösegelder für Piraten

Für die somalischen Piraten war es eine gute Woche - für die Seefahrt nicht. Mindestens 16 Mio Dollar, wahrscheinlich aber 20 Mio. wurden in der letzten Woche als Lösegeld an die Gangster bezahlt.

Lösegeldzahlung fehlgeschlagen

Zwei Amerikaner, zwei Briten und zwei Kenianer wurden heute auf dem Flughafen Mogadischu mit 3,6 Mio US-Dollar in einer Reisetasche festgenommen. Das Geld wurde von den Sicherheitsbehörden beschlagnahmt.

Angeblich war die Summe als Lösegeld für die entführten Schiffe MV Suez und MV Yuan Xiang gedacht. Lösegelder für die somalischen Piraten werden in der Regel von Flughäfen in Kenia oder Dschibuti in kleinen Maschinen nch Somalia geflogen und über den entführten Schiffen abgeworfen. Die Übergangsregierung von Somalia ist gegen Lösegeldzahlungen.

Die Lösegeldtransaktionen an die Piraten werden in der Regel von britischen Sicherheitsfirmen organisiert. Mehr…

UPDATE 26Mai2011: Die Geldboten sollen heute vor Gericht gestellt werden.