Piraten machen Pause

Seit Tagen herrscht Ruhe vor der Küste Somalias. Die Piraten scheinen Pause zu machen.

EuNavFor hält uns mit einem Betankungsmanöver bei Laune (Foto oben), hat sonst aber nichts zu berichten.

Die NATO stellt immerhin zwei Fotos von verdächtigen Dhaus ins Internet (siehe rechts und unten). Aber die sind auch schon zwei Wochen alt. Ansonsten meldet sie “no significant changes”.

Die Küstenwache des Jemens dagegen beweist, dass die Piraten nicht verschwunden sind. Sie hat gestern vor den Socotra-Inseln im Golf von Aden 14 mutmassliche Seeräuber festgenommen. Die Männer müssen mit 10 Jahren Haft rechnen.

Verdächtige Dhau (Fotos: NATO)

Die Geiseln von der Enrico Ievoli berichten: Lösegeld im Container und Leichen im Kühlraum

Die indischen Geiseln berichten nach ihrer Freilassung von der Entführung der Enrico Ievoli (Foto) durch somalische Piraten. Das italienische Schiff war am 27. Dezember 2011 mit 18 Besatzungsmitgliedern vor dem Oman entführt und am 23. April nach Lösegeldzahlungen freigelassen worden.

Die wichtigsten Aussagen der Geiseln:

  • Das Schiff hatte weder eine Zitadelle noch bewaffnete Security an Bord. Die Piraten konnten das Schiff unbehelligt entern.
  • Ein türkischer Militärhelikopter kam 20 Minuten zu spät.
  • Die Enrico Ievoli wurde zwei mal als Mutterschiff eingesetzt, einmal davon, um neun Piraten nach einem missglückten Überfall zu bergen. Fünf der Seeräuber waren verletzt, einer tot, angeblich von der US Navy erschossen. Die Leiche wurde in den Kühlraum gelegt und nach Somalia überführt.
  • Das Lösegeld wurde am 22. April in drei Plastikcontainern mit Fallschirmen aus einem Flugzeug über dem Schiff abgeworfen.

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Piraten ändern Taktik

Die somalischen Piraten kapern verstärkt traditionelle Dhaus und setzen sie als Mutterschiffe für Attacken auf den wichtigen Handelsrouten vom und zum Suezkanal ein.

Das berichten jetzt Militärs und Industriekreise. Im letzten Jahr verwendeten die Piraten vor allem gekaperte Handelsschiffe als Basis für Angriffe weit draussen im Indischen Ozean. Die grossen Schiffe machten sie wetterunabhängig (und sind auch komfortabler als Dhaus).

Seit die Kriegsflotten Europas, der USA, Russland, Indiens, Chinas und andere Nationen aber der Seegebiet immer intensiver überwachen und vor allem der Iran und Indien gekaperte Frachter sofort wieder befreien, erinnern sich die Piraten wieder an ihre Anfangszeiten, als sie mit unauffälligen Dhaus und ihren Schnellbooten (Skiffs) attackierten. In diesem Jahr werden große Schiffe kaum noch als Mutterschiffe eingesetzt. Mehr…

Tanzania verhaftet 5 Piraten aus Somalia (update)

Seestreitkräfte des afrikanischen Landes Tanzania haben 5 somalische Piraten in einem Skiff nahe der Songsongo Gasfelder verhaftet.

Die fünf Männer waren bewaffnet und operierten von einem Mutterschiff aus, wie ein Armeesprecher vorgestern mitteilte:

"The pirates arrested in Tanzania were in close communication with a mother ship that has seven more pirates. A Spanish vessel has managed to arrest the pirates on this mother ship and they are being brought to Tanzania today for custody."

Bei dem Mutterschiff handelt es sich nach Information von oceanuslive.org um den Fischkutter Nimesha Duwa aus Sri Lanka, der im Oktober 2011 mit sechs Fischern an Bord entführt worden war.

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UPDATE 23APR: Heute bestätigte EuNavFor, dass das spanische Kriegsschiff Infanta Elena am 18. April an der Befreiung von sechs Fischern aus Sri Lanka und der Festnahme von sieben mutmaßlichen Piraten beteiligt war.

Der Bericht der EuNavFor in Auszügen:

At sunset on 18 April, 50 miles off the coast of Tanzania, ESPS Infanta Elena identified the pirated vessel and after closing its position, the Spanish boarding team went on board. Once there, they identified the 7 suspected Somali pirates and 6 Sri Lankan crew.  The men received much needed medical care and were provided food and water.  Earlier the same day, 5 suspect pirates had been arrested by Tanzanian maritime forces when their attack skiff, believed to have been operated from the Sri Lankan vessel, beached on the Tanzanian coast.

The tired, but very relieved Sri Lankan fishermen were handed over to Tanzanian maritime forces close to Dar Es Salaam on 21 April and the European Union, via its delegation in Tanzania helped to ensure that the crew could quickly make contact with their families.  Arrangements are now being made to fly the fishermen home to Sri Lanka.

As there is currently no agreement on the transfer of suspect pirates between the European Union and Tanzania, the suspect pirates were released by ESPS Infanta Elena to the Somali coast on Monday 23 April.  With the on-going negotiations with the Tanzanian authorities, it is hoped that a transfer agreement will be in place in the near future.

Jemenitischer Fischkutter von Piraten entführt

Ein Fischkutter aus dem Jemen mit neun Mann Besatzung an Bord ist von somalischen Piraten entführt worden. Das bestätigte heute das jeminitische Innenministerium. Mehr…

Die NATO berichtet, dass ihre Einheiten gestern eine Dhau gestellt haben, die als Mutterschiff für Angriffe auf Frachter und Tanker verwendet wurde. Nähere Informationen dazu habe ich im Moment noch nicht.

MV Leila neues Mutterschiff der Piraten

Der Mitte Februar mit 15 Mann Besatzung an Bord entführte RoRo-Frachter MV Leila (Foto) wird jetzt von den Piraten als Mutterschiff für Angriffe im Golf von Aden eingesetzt.

Angeblich wurde das Schiff aus den Emiraten von einer sehr unerfahrenen Pirate Action Group (PAG) gekidnappt, die jetzt vor der Küste Somalias erfahrene Seeräuber an Bord genommen haben und unterdessen wieder zur Jagd auf Handelsschiffe ausgelaufen ist.

Quelle: SomaliaReport.

Piraten kapern Dhau

Neues Mutterschiff für die Piraten aus Somalia.

Am Mittwoch entführten Piraten nördlich der Socotra Insel ein einheimisches Fischerboot. Es wird vermutlich als Mutterschiff für Angriffe auf Frachter und Tanker im Golf von Aden eingesetzt werden. Mehr…

Piraten setzen zwei neue Mutterschiffe ein

Somalische Piraten haben in der letzten Woche zwei Dhaus gekapert, die jetzt als Mutterschiffe zur Jagd auf größere Schiffe im Golf von Aden und im Indischen Ozean eingesetzt werden sollen.

Die iranische Dhau Al Khalil fiel am letzten Mittwoch mit 19 Mann Besatzung in die Hand der Piraten. Die vier somalischen Polizisten, die das Boot beschützen sollten, hatten zum Zeitpinkt des Überfalls gerade ein Nickerchen gemacht. Die Dhau wurde zunächst nach Somalia gebracht, dort gingen weitere Seeräuber an Bord. Seit Sonntag ist wieder auf See. Die Crewmitglieder der Al Khalil sind als Geiseln mit dabei. Was mit den Polizisten geschah - unbekannt. Mehr…

Ebenfalls am Mittwoch wurde ein jeminitisches Boot mit acht Fischern an Bord gekidnappt, nach Somalaia gebracht und zum Mutterschiff ausgerüstet. Jetzt ist es auf dem Weg in den Golf von Aden. Der Name der Dhau wurde nicht genannt. Mehr…

Türkische Fregatte gegen Piraten vor Kenia

Die türkische Fregatte Gediz hat am 21. November vor Kenia Piraten entwaffnet, die zuvor den Frachter MV Jeanne angegriffen hatten. Die Information wurde erst jetzt von den Combined Maritime Forces (CMF) im Indischen Ozean freigegeben.

Die Hamburger Reederei Harmstorf erklärte auf Anfrage, dass es sich bei dem angegriffenen Frachter nicht um das Containerschiff MV Jeanne aus ihrer Flotte handle.

Die Gediz schickte ein boarding team auf das verdächtige Mutterschiff der Piraten und zerstörte Gegenstände wie Enterleitern. Waffen wurden an Bord des Mutterschiffes ebenso wenig gefunden wie auf dem Schnellboot der mutmasslichen Piraten. Die türkischemn Soldaten hatten zuvor aber beobachtet, wie Waffen ins Meer geworfen wurden.

Festnahmen wurden nicht durchgeführt.

Die Gediz ist Teil der Combined Maritiome Forces (CMF) 151 im Indischen Ozean. Mehr…

Die Jungs von der europäischen Anti Piraten Mission EuNavFor zeigen uns noch mal kurz, wie die deutsche Fregatte Köln eine befreite Dhau zurück in den Jemen eskortiert und dort am 11. November den Behörden übergab. Die Dhau war von Piraten aus Somalia als Mutterschiff verwendet worden.
Ich habe über den Fall bereits ausführlich hier und hier berichtet.

Die Jungs von der europäischen Anti Piraten Mission EuNavFor zeigen uns noch mal kurz, wie die deutsche Fregatte Köln eine befreite Dhau zurück in den Jemen eskortiert und dort am 11. November den Behörden übergab. Die Dhau war von Piraten aus Somalia als Mutterschiff verwendet worden.

  • Ich habe über den Fall bereits ausführlich hier und hier berichtet.
(UPDATE) - Gleich zwei Piratenangriffe hat die RSS Endeavour (Foto) aus Singapur diese Woche vor Somalia abgewehrt. 
Das Kriegsschiff patrouillierte im Auftrag der Combined Task Force (CTF)  151  den Internationally Recommended Transit Corridor (IRTC) im Golf von Aden, als es kurz hintereinander von zwei Handelsschiffen zur Hilfe gerufen wurde.
Zuerst meldete die BW Broker ein verdächtiges Skiff mit Waffen und Enterleitern an Bord. Danach rief die Elka Athina um Hilfe. In beiden Fällen verjagte der Bordhubschrauber die Angreifer und folgte ihnen schließlich bis zu ihrem Mutterschiff, einer Dhau. Dort versenkte die Helikopterbesatzung das Skiff. Die mutmasslichen Piraten waren zuvor an Bord der Dhau gegangen und blieben unbehelligt. Mehr…
UPDATE »»> Interessanterweise will jetzt auch die deutsche Fregatte Köln ein bisschen was von Ruhm und Ehre bei dieser Aktion abhaben (dabei hätte sie das gar nicht nötig, so erfolgreich und konsequent wie sie in den letzten Wochen vor Somalia operiert hat). Aber jetzt die Köln-Story: Am Dienstag Abend traf die Köln auf die verdächtige Dhau, schickte ein boarding-Kommando rüber und nahm 21 Verdächtige fest. 19 von ihnen sind mutmaßliche Piraten und bleiben vorerst an Bord der Köln. Die zwei übrigen gehören zu jemenitischen Stammbesatzung der Dhau und schippern jetzt ihr Schiff mit Unterstützung von Bundeswehr-Matrosen zurück in den Jemen. Wahrscheinlich dümpelt die Köln hinterher, damit den Jungs ja nichts passiert. Mehr…

(UPDATE) - Gleich zwei Piratenangriffe hat die RSS Endeavour (Foto) aus Singapur diese Woche vor Somalia abgewehrt. 

Das Kriegsschiff patrouillierte im Auftrag der Combined Task Force (CTF) 151 den Internationally Recommended Transit Corridor (IRTC) im Golf von Aden, als es kurz hintereinander von zwei Handelsschiffen zur Hilfe gerufen wurde.

Zuerst meldete die BW Broker ein verdächtiges Skiff mit Waffen und Enterleitern an Bord. Danach rief die Elka Athina um Hilfe. In beiden Fällen verjagte der Bordhubschrauber die Angreifer und folgte ihnen schließlich bis zu ihrem Mutterschiff, einer Dhau. Dort versenkte die Helikopterbesatzung das Skiff. Die mutmasslichen Piraten waren zuvor an Bord der Dhau gegangen und blieben unbehelligt. Mehr…

UPDATE »»> Interessanterweise will jetzt auch die deutsche Fregatte Köln ein bisschen was von Ruhm und Ehre bei dieser Aktion abhaben (dabei hätte sie das gar nicht nötig, so erfolgreich und konsequent wie sie in den letzten Wochen vor Somalia operiert hat). Aber jetzt die Köln-Story: Am Dienstag Abend traf die Köln auf die verdächtige Dhau, schickte ein boarding-Kommando rüber und nahm 21 Verdächtige fest. 19 von ihnen sind mutmaßliche Piraten und bleiben vorerst an Bord der Köln. Die zwei übrigen gehören zu jemenitischen Stammbesatzung der Dhau und schippern jetzt ihr Schiff mit Unterstützung von Bundeswehr-Matrosen zurück in den Jemen. Wahrscheinlich dümpelt die Köln hinterher, damit den Jungs ja nichts passiert. Mehr…

Royal Navy befreit gekaperte Dhau

Einheiten der Royal Navy und der Royal Marines haben bereits am vergangenen Freitag Piraten auf einer gekaperten Dhau im Indischen Ozean angegriffen und 20 pakistanische Geiseln befreit.

Erst heute veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium dazu einen ausführlichen Bericht und Fotos.

Auf den Fotos sieht man den Merlin Helikopter von der HMS Somerset, der Warnschüsse vor den Bug der Dhau setzt (Foto oben). Darunter sieht man einen MG-Schützen an Bord der RFA Fort Victoria. Auf dem unteren Bild nähern sich die Boarding Teams dem verdächtigen Schiff. Fotos: MOD

Bei der Aktion wurden vier mutmaßliche Piraten festgenommen und an Italien übergeben, weil sie unter dem Verdacht stehen, am Angriff auf den italienischen Frachter Montecristo beteiligt gewesen zu sein.

  • Der Bericht des britischen Verteidigungsministeriums MOD: hier (in engl. natürlich).

Hier seht ihr, wie die deutsche Fregatte Köln vor Somalia ein Mutterschiff der Piraten versenkt.

Piraten kidnappen 2.000 Ziegen

Das gibt Gemecker. Somalische Piraten haben ein paar Meilen vor der Küste von Bosaso (Foto) im Norden Somalias einen Frachter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) mit mindestens 2.000 Ziegen an Bord gekidnappt.

Das bestätigten die Behörden aus der quasiautonomen somalischen Region Puntland. Die Al Nasri war mit der lebenden Fracht und 14 Besatzungsmitgliedern aus Indien und Pakistan auf dem Weg nach Dubai.Es wird vermutet, dass die Seeräuber den Frachter als Mutterschiff für weitere Überfälle benutzen wollen, jetzt aber ein Problem mit den vielen Tieren an Bord haben.

Kommentar: Dieser Überfall ist in mindestens zweierlei Hinsicht interessant.

Erstens scheint die durch den Sommermonsun bedingte Ruhephase in der Piraterie vor dem Horn von Afrika vorbei zu sein. Das Wetter wird besser, die See ruhiger und die Piraten rüsten auf für eine neue Welle von Attacken auf die Handelsschifffahrt.

Zweitens ist es doch einigermaßen überraschend, dass Somalia Schlachtvieh exportiert, wo es dort doch angeblich gerade die schlimmste Hungerkatastrophe seit Jahrzehnten gibt. Das gibt noch einmal Grund, darüber nachzudenken, ob Hilfslieferungen sinnvoll sind. Experten warnen schon lange davor, dass die Gratis-Lebensmittel die regionalen Märkte zerstören. Die Preise für Schlachtvieh und landwirtschaftliche Erzeugnisse brechen zusammen - schließlich gibt es ja alles umsonst. Die Bauern müssen exportieren (wie in diesem Fall) oder gehen pleite.

(Source: somaliareport.com)

Piraten rüsten auf

Künftig werden die somalischen Piraten mit fest installierten Maschinengewehren auf den bereits gekaperten Mutterschiffen Handelsschiffe und Kreuzfahrer im Indischen Ozean angreifen.

Das erklärte Lieutenant Colonel Andy Price ein zur europäischen Anti-Piraten-Einheit EuNavFor abgeordneter Royal Navy Offizier. Die Eskalation sei kaum zu vermeiden. Price sagte voraus, dass die Gangster damit auf den verstärkten Einsatz von Söldnern Bord reagieren werden. Mehr…

(Source: )