Dänische Segler berichten von der Geiselhaft

Ein halbes Jahr war eine dänische Familie mit drei Kindern in der Hand somalischer Piraten. Am 6. September kamen sie frei. Jetzt berichten die Quist-Johansens (Foto) zum ersten mal über ihre Geisehaft.

Schmutz, Gewalt, Psychoterror und die ständige Angst, getötet zu werden bestimmten das Leben der Familie nach dem Kidnapping ihrer Yacht Ing. Die meiste Zeit wurden sie auf dem ebenfalls gekaperten Frachter MV Dover festgehalten. Ein paar Tage verbrachten sie an einem Strand in Somalia.

  • Ihre Geschichte wird hier erzählt.
  • Bericht von der Entführung am 24. Februar 2011: hier.
  • Kommentar zur Entführung: hier.
  • Bericht von der Befreiung am 6. September 2011: hier.

MV Dover frei

Die MV Dover (Foto) ist frei. Sie wurde von Kriegsschiffen vor der Küste von Bargaal/Somalia abgeholt.

Angeblich wurden 3,8 Mio US-Dollar Lösegeld für das Schiff und seine 24 Besatzungsmitglieder bezahlt.

Die Dover war am 28. Februar entführt worden und diente den Piraten sowohl als Mutterschiff als auch als Gefängnis für die dänischen Geiseln von der Yacht Ing.

Dänische Geiseln fordern Ruhe

Die nach sechs Monaten Geiselhaft in Somalia freigekommene dänische Seglerfamilie forderte in einer Erklärung die Öffentlichkeit auf, sie in Ruhe zu lassen.

Sie benötigten jetzt Zeit, um sich wieder in den dänischen Alltag eingliedern zu können, hieß es. Jan und Birgit Quist Johansen aus Kalundborg waren entführt worden, als sie mit ihren Kindern Rune (15), Hjalte (17) auf der Yacht Ing direkt ins Piratengebiet am Horn von Afrika leben müssen.

»Wir haben viele Mal gewalttätige und dramatische Episoden erlebt«, teilten sie mit. Aber dass sie alles als Gruppe von Sieben zusammenerlebten, habe sie gestärkt und ihnen geholfen, mit dem Erlebten umzugehen.

Die dänische Regierung erklärte, kein Lösegeld für die Johansens bezahlt zu haben.

(Source: nordschleswiger.dk)

Breaking: Piraten lassen dänische Familie frei

Nach sechs Monaten Geiselhaft kam jetzt eine dänische Seglerfamilie in Somalia frei. Die Familie mit drei Kindern und zwei weitere Crewmitglieder sind auf dem Weg nach Kopenhagen.

Angeblich geht es den Geiseln den Umständen entsprechend gut. Die fünfkopfige Familie Johansen (Foto) und zwei weitere Segler waren mit ihrer Yacht Ing direkt in das High Risk Gebiet vor Somalia gefahren und wurden dort am 24. Februar von Piraten gekidnappt.

Fast sechs Monate dauerte ihre Geiselhaft. In dieser Zeit wurden sie an Land verschleppt und zuletzt auf dem ebenfalls gekaperten Frachter Dover gefangen gehalten. Mutter und Tochter der Familie erkrankten in dieser Zeit. zum Psychoterror der Piraten gehörte das Angebot, die Geiseln freizulassen, wenn die 13jährige Tochter den Piratenhauptmann heirate.

Die Piraten behaupten, ein Lösegeld von 3 Mio. Us-Dollar erhalten zu haben. Bestätigt wurde diese Summe offiziell bisher nicht. Mehr…

Mehr Informationen:

Breaking: Dänische Geiseln bald frei

Die dänische Familie, die seit Februar von somalischen Piraten in Geiselhaft gehalten wird, soll in den nächsten Tagen freikommen.

Das sagte der Piratenführer Mohamed Duwane heute nach Angaben des Dienstes SomaliaReport. Die Familie mit drei Kindern (Foto) war mit ihrer Yacht Ing direkt ins Piratengebiet gefahren und dort gekidnappt worden.

Allerdings hieß es schon vor knapp drei Wochen, dass die Freilassung unmittelbar bevor stehe.

Breaking: Dänische Familie vor Freilassung

Somalische Piraten rechnen damit, dass noch diese Woche Lösegelder für die dänischen Geiseln und die Crew des Frachters MV Dover bezahlt werden. Im Laufe der Woche sollen die Geiseln und das Schiff freikommen.

Das berichtete nach Angaben des gewöhnlich gut informierten Dienstes SomaliaReport ein Pirat von Bord der Dover. Angeblich sollen 3 Mio US-Dollar für die fünfköpfige Familie aus Dänemark (Foto) und zwei weitere Segler und 4 Mio für den Frachter bezahlt werden. Eine unabhängige Bestätigung für diese Informationen gibt es nicht.

Zuletzt hatten die Piraten Schwierigkeiten, einen Ankerplatz für die Dover zu finden (auf der sich auch die Dänen in Geiselhaft befinden), weil die Bevölkerung der Küstendörfer eine Kooperation mit den Seeräubern ablehnte.

Die Dover war am 28. Februar vor dem Oman entführt worden. Vier Tage zuvor war die Familie Johansen mit ihrer Yacht Ing direkt in das High-Risk-Gebiet vor Somalia gesegelt und gekidnappt worden.

Piraten News vom 31. Juli

Jubba XX frei. Die 16 Besatzungsmitglieder des arabischen Öltankers sind seit Donnerstag frei. Angeblich wurden nur 200.000 Dollar Lösegeld bezahlt. Das Schiff ist jetzzt auf dem Weg zu seinem ursprünglichen Bestimmungsort Berbera in Somaliland. Mehr..

MV Dover vertrieben. Die entführte MV Dover mit den dänischen Geiseln von der Yacht Ing an Bord (darunter eine Familie mit 3 Kindern) findet keinen Ankerplatz vor der Küste Somalilandes und Puntlands. Die lokale Bevölkerung an Land will mit Piraterie angeblich nichts mehr zu tun haben und vertreibt sie. Das Schiff irrt weiter durch den Golf von Aden. Mehr…

Piraterie-Warnung für Segler

Der Internationale Seglerverband ISAF hat eine dringende Empfehlung herausgegeben, den Westindischen Ozean, die Arabische See, das Somalia-Becken und den Golf von Aden zu meiden. Wörtlich heißt es: „Halten Sie alle sich davon fern!“ Mehr…

Ende Februar wurde die dänische Yacht Ing von somalischen Piraten gekidnappt. Seitdem befinden sich sieben Dänen, darunter eine Familie mit drei Kindern, in Geiselhaft. Kurz davor kam es zu einem Blutbad mit Toten beim Versuch, die entführte US-Yacht Quest zu befreien.

Piraten fordern 2 Mio für dänische Geiseln

Zwei Millionen Dollar wollen die Piraten für die dänische Familie, die sie seit dem 24. Februar in ihrer Gewalt hat.

Die 5köpfige Familie Johansen wird zusammen mit anderen Geiseln auf dem entführten Frachter MV Dover gefangen gehalten. Das Schiff liegt vor Rasu Bina (Somalia) auf Reede.

Das sind die entführten Johansens (v.l.): Rune (17), Mutter Birgit Marie, Naja (13), Vater Jan, Hjalte (15)

Angeblich brachten die Piraten Jan Johansen und seine Tochter Nala (13) in den letzten Tagen mehrfach an Land, weil Nala durch die starken Schiffsbewegungen während des Monsuns schwer seekrank wurde.

Die Familie und zwei weitere Dänen waren mit ihrer Yacht Ing direkt ins Piratengebiet gefahren und dort gekidnappt worden.

(Source: somaliareport.com)

Piraten: Background-Informationen

Hier stelle ich Euch eine Reihe von interessanten Hintergrundinformationen zur Verfügung.

  • Besonders anschaulich finde ich, wie der NATO-Commodore Michiel B Hijmans die Präsenz der Kriegsschiffe (Foto) im Indischen Ozean beschreibt. Das ist so, als wenn es gerade mal 25 Polizeiautos für ein Gebiet von der doppelten Größe Europas gibt, in dem sich zahlreiche Gangster-Organisationen tummeln. Extra Schikane: Die Geschwindigkeit der Polizeiautos wird auch bei Einsatzfahrten automatisch bei 50 km/h abgeregelt.
  • Ein britischer Security Mann berichtet vom langweiligen Dienst als bewaffneter Begleitschutz an Bord von Handelsschiffen im Indischen Ozean.
  • SomaliaReport stellt den Lösegeld-Beauftragten Mohammad Saiili Shibin der somalischen Piraten vor, der vom FBI und lokalen Sicherheitskräften in der Region Puntland gekidnappt wurde, weil er an der Entführung der Yacht Quest und dem Mord an ihrer amerikanischen Besatzung beteiligt gewesen sein soll.
  • Hier seht ihr mal das Kaff Bargal, dass von den Piraten der Ali Zwahila Gruppe zum neuen Hauptquartier erkoren wurde (weil sie sonst überall rausgeflogen sind). Diese Gruppe hält die dänischen Geisel von der Yacht Ing auf der MV Dover fest.
  • Die internationale Anwaltsfirma Ince & Co hat untersucht, was bewaffnete Security an Bord von Handelsschiffen oder bewaffneter privater Begleitschutz rechtlich bedeuten. Das 4seitige Dokument mit dem Titel Piracy: Issues arising from the use of armed guards gibt’s hier zum Download.

Dänischen Geiseln geht es besser

Den sieben dänischen Geiseln (darunter eine fünfköpfige Familie mit drei Kindern) in der Gewalt somalischer Piraten geht es nach Angaben aus Somalia besser.

Die Dänen waren am 24. Februar mit ihrer Yacht Ing in das Piratengebiet eingelaufen und entführt worden. Zwischenzeitlich waren die Mutter Birgit Marie Johansen (auf dem Foto ganz links)  und ihre Tochter Naja, 13, (Foto Mitte) schwer erkrankt. Aber jetzt geht es ihnen besser, sagte Abdirisaq Mohamed Du’aysane, der Direktor der Anti-Piraten-Agency in der quasi-autonomen somalischen Provinz Puntland. Angeblich wurden die Geiseln auf das entführte Schiff MV Dover zurückgebracht. Es liegt im Moment vor Handho.

Die Piraten forderten zunächst 15 Mio Dollar Lösegeld für die dänischen Geiseln, haben die Summe unterdessen aber auf 5 Mio. reduziert. Dänemark und die Angehörigen der Geiseln sind aber nicht willens oder in der Lage, diese Summe aufzubringen.

(Source: somaliareport.com)

Verwirrung um dänische Geiseln an Bord der MV DOVER

Im Moment ist der Stand der Dinge an Bord der MV Dover noch immer völlig unklar. Obwohl es aus gut informierten Kreisen heißt, dass ein Lösegeld von 3 Mio. Dollar bezahlt wurde, liegt das Schiff noch immer vor Hurdiyo/Somalia auf Reede.

An Bord der MV Dover befinden sich auch die sieben dänischen Geiseln von der Yacht Ing, darunter eine fünfköpfige Familie (Foto). Sie sollen an Land gebracht werden, falls die Dover freigelassen wird.

Somalische Quellen vermuten, dass es unter den Piraten an Bord der Dover zu Streitigkeiten gekommen ist, die eine Freigabe des Schiffes verhindern. Angeblich ist ein Teil der Gangster mit der Höhe der Lösegeldzahlungen nicht einverstanden. Diese Gruppe fordert 7 Mio. Dollar.

Mutter und Tochter der dänischen Familie geht es nach Angaben der Entführer sehr schlecht. Mehr…

Drama um dänische Geiseln

Das Drama um die dänische Familie, die mit ihrer Yacht Ing ins Piratengebiet vor Somalia gesegelt und am 24. Februar gekidnappt worden war, verschärft sich.

  1. Die Familie befindet sich zur Zeit auf der entführten MV Dover, die vor Hurdiyo liegt. Mutter Birgit Marie Johansen und Tochter Nala sind schwer erkrankt. Nala hat Fieber, erbricht sich und nimmt seit einigen Tagen weder Wasser noch Nahrung zu sich.
  2. Die Piraten weigern sich, Ärzte an Bord zu lassen.
  3. Für die Dover wurde angeblich Lösegeld bezahlt, sie soll in den nächsten Tagen freigelassen werden.
  4. Was dann mit den 7 dänischen Geiseln geschieht: unklar. Die Piraten können schlecht mit ihren Geiseln an Land gehen, weil die Dorfältesten in der Region die Geiselnahme von Kindern ablehnen und Milizen gegen die Piraten aufgestellt haben. Außerdem warten Anti-Piraten-Einheiten der quasiautonomen Region Puntland auf die Piraten.
  5. Die Piraten fordern 5 Mio Dollar Lösegeld für die dänischen Geiseln. Ihre Familien haben bisher aber nur 1,3 Mio. zusammen gebracht.
  6. Den Piraten geht das Geld aus. Sie haben nur sieben Investoren, darunter den Geschäftsmann Guuleed aus Bosaso.

Das sind die entführten Johansens (v.l.): Rune (17), Mutter Birgit Marie, Naja (13), Vater Jan, Hjalte (15)

Mehr Infos zur Entführung der Ing.

Hintergrund Informationen.

Pirat will 13jährige dänische Geisel heiraten

Psychoterror der Geiselgangster in Somalia. Der schwer bewaffnete Piraten-Hauptmann will alle dänischen Geiseln freilassen, wenn ihn die 13jährige Tochter der entführten Familie heiratet.

Das berichtet ein dänischer Journalist, der 24 Stunden An Bord der MV Dover war, wo die Dänen von der Jacht Ing zusammen mit 30 griechischen Geiseln festgehalten werden. Der Reporter berichtet von unerträglichen hygienischen Zuständen auf dem Schiff und dem Psychoterror, dem die Geiseln ausgesetzt sind.

Wer diesen Bericht liest und dann noch Verständnis für die Piraten hat, kann nicht ganz normal sein.

News vom 23. März

Die Situation der fast 700 Geiseln in der Gewalt somalischer Piraten – darunter eine dänische Familie mit drei Kindern von der Jacht Ing und sieben Seeleute vom deutschen Frachter Beluga Nomination  – ist das Piraten-Thema der Woche. Aber es gibt auch andere Meldungen.

  1. Reeder Frank Leonhardt wegen Steuerbetrugs verurteilt. Der Chef der Hamburger Traditions-Reederei Leonhardt & Blumberg wurden wegen Steuerbetrugs zu über 40.000 Euro Geldstrafe verurteilt und ist damit vorbestraft. Leonhardt ist Reeder der im April 2009 entführten Hansa Stavanger. Bericht im  Hamburger Abendblatt.
  2. Achte Tochterfirma der Bremer Beluga Reeederei insolvent. Staatsanwalt durchsucht Firmenräume. Mehr…
  3. Die Abenteuer des Schiffsjungen Hark Olufs. Der Jungen von der Insel Amrum wird 1724 von algerischen Piraten vor der englischen Küste gekidnappt und in Algier als Sklave verkauft. In Gefangenschaft bringt er es bis zum Oberbefehlshaber der Kavallerie des muslimischen Beys. Jetzt gibt es einen historischen Roman über Olufs.