EU-Kriegsschiff rettet Piraten vor Somalia

Weihnachtsstimmung im Indischen Ozean: Statt Piraten festzunehmen, retten belgische Soldaten ihnen das Leben und bieten dann einen Escort-Service zurück zur Küste.

Boarding Team der belgischen Fregatte Luise Marie, Piraten (Foto: EuNavFor)

Am 15. Dezember hatte ein schwedisches Aufklärungsflugzeug ein verdächtiges Schnellboot mit fünf mutmasslichen Piraten an Bord entdeckt. Die belgische Fregatte Luise Marie stoppte das Skiff, entdeckte fünf halb verhungerte Piraten, schaffte sie samt Skiff an Board der Fregatte, versorgte sie medizinisch, mit Getränken und Lebensmitteln und brachte sie dann nach Hause nach Somalia.

Admiral Duncan Potts, der Operation Commander der EU Naval Force sagte dazu:

“Once again EU Naval Force has prevented suspect pirates from preying on ships at sea.  We quite rightly took away their means of carrying out attacks, such as their boat and ladder and they have been returned to the Somali Coast empty-handed and out of pocket.  That said, these five men are extremely lucky individuals.  The European Union rightly places a high value on life, and despite their perceived criminal intent, we were able to locate them and give much-needed food and water – rather than watch them die of starvation and dehydration.  My intent is to be as tough as we can on piracy, whilst helping Somalis to regain peaceful control of their own country”.

Ähnliche Situation am 27. Dezember. Wieder entdeckte das schwedische Eu-Flugzeug ein verdächtiges Boot, dieses mal 500 Seemeilen vor der somalischen Küste und mit nur drei Mann an Bord. Aber same proceder: Alle werden zurückgebracht nach Somalia. Merry christmas.

Skiff an Bord der Luise Marie (Foto: EuNavFor)

Monsun-Voraussage durch Piraten verhindert

Wegen der extremen Piratengefahr im westlichen Indischen Ozean sind konkrete Unwettervorhersagen für die Monsunzeit nicht mehr möglich.

Das erklärte jetzt der indische Meteorologe Dr M. Ravichandran vom Indian National Centre for Ocean Information Services . Nach seinen Angaben ist es derzeit nicht möglich, das Research Moored Buoy Array (RMBA) Verfahren durchzuführen. Dafür müssen große Bojen vor der somalischen Küste ausgebracht werden. Das geht aber wegen der Gefahr, von Piraten überfallen zu werden, nicht mehr.

Konkrete Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen für Afrika, Indien und Australien gibt es deshalb derzeit nicht. Mehr…

Indien: Polizisten sollen Schiffe gegen Piraten verteidigen

100 Spezialkräfte der Central Industrial Security Force (CISF) in Indien werden künftig gegen eine Gebühr auf indischen Handelsschiffen eingesetzt, die das Piratengebiet vor Somalia durchfahren müssen.

Die Beamten erhalten zur Zeit eine Spezialausbildung für ihre neue Aufgabe. Sie sollen Schiffe durch den Indischen Ozean begleiten und dann mit Schiffen, die Richtung Indien fahren wieder zurückkommen. Mehr…

Zur Zeit sind 43 indische Seeleute Geiseln somalischer Piraten.

Fregatte Bremen ist zurück

Heute hat die Bremen (Foto) nach drei Monaten Piratenjagd im Indischen Ozean (und einem Abstecher nach Mumbai/Indien) wieder in Wilhelmshaven festgemacht.

An Bord waren 220 Besatzungsmitglieder. Die Bremen wurde vor Somalia von der Sachsen abgelöst.

Die EuNavFor setzt ihr Meet-and-Greet-Programm im Indischen Ozean fort, solange die durch den Monsun aufgepeitschte See die Piraten daran hindert, mit ihren kleinen Skiffs anzugreifen. Auf diesem Bild sieht man ein paar Coastguard-Männer von den Seychellen, die an Deck des französischen EuNavFor-Flagschiffs Marne zeigen, welche Nahkampf-Techniken sie beherrschen. Mehr…
Die NATO meldet zum Thema Monsun heute folgendes:

During the South-West monsoon between June and September, sea conditions in much of the High Risk Area (HRA) are expected to be largely unfavourable to small boats such as skiffs.  These may move to operate in less-exposed or coastal areas such as the Gulf of Aden or Bab-al-Mandeb. Please remain vigilant at all times. 

Die EuNavFor setzt ihr Meet-and-Greet-Programm im Indischen Ozean fort, solange die durch den Monsun aufgepeitschte See die Piraten daran hindert, mit ihren kleinen Skiffs anzugreifen. Auf diesem Bild sieht man ein paar Coastguard-Männer von den Seychellen, die an Deck des französischen EuNavFor-Flagschiffs Marne zeigen, welche Nahkampf-Techniken sie beherrschen. Mehr…

Die NATO meldet zum Thema Monsun heute folgendes:

During the South-West monsoon between June and September, sea conditions in much of the High Risk Area (HRA) are expected to be largely unfavourable to small boats such as skiffs.  These may move to operate in less-exposed or coastal areas such as the Gulf of Aden or Bab-al-Mandeb. Please remain vigilant at all times. 

Das ist die Guepratte, die grade den Frachter Tupi Maiden mit Hilfsgütern für Somalia durch die Piraten High Risk Gebiete im Indischen Ozean eskortiert. Interssant ist die Bugwelle der Tupi Maiden. An ihr erkennt man, dass die Wetterbedingungen durch den Monsun für kleinere Schiffe wie die von Piraten verwendeten Skiffs nicht gerade optimal sind. (Hier ist der dazu gehörende Bericht der EuNavFor)

Das ist die Guepratte, die grade den Frachter Tupi Maiden mit Hilfsgütern für Somalia durch die Piraten High Risk Gebiete im Indischen Ozean eskortiert. Interssant ist die Bugwelle der Tupi Maiden. An ihr erkennt man, dass die Wetterbedingungen durch den Monsun für kleinere Schiffe wie die von Piraten verwendeten Skiffs nicht gerade optimal sind. (Hier ist der dazu gehörende Bericht der EuNavFor)

Das ist das brennende Skiff einer 12köpfigen Piratengruppe. Es wird vom Merlin-Helikopter des britischen Kriegsschiffes HMS Westminster in Brand geschossen. Die Piraten waren vorher auf ihr Mutterschiff, eine Dhau, geflüchtet und wurden dort von den Briten festgenommen. Der Vorfall fand schon vor einem Monat mitten im Indischen Ozean statt. Aber erst jetzt hat das Ministry of Defence (MoD) in London die Bilder freigegeben. Mehr…

Das ist das brennende Skiff einer 12köpfigen Piratengruppe. Es wird vom Merlin-Helikopter des britischen Kriegsschiffes HMS Westminster in Brand geschossen. Die Piraten waren vorher auf ihr Mutterschiff, eine Dhau, geflüchtet und wurden dort von den Briten festgenommen. Der Vorfall fand schon vor einem Monat mitten im Indischen Ozean statt. Aber erst jetzt hat das Ministry of Defence (MoD) in London die Bilder freigegeben. Mehr…

Piraten ändern Taktik

Die somalischen Piraten kapern verstärkt traditionelle Dhaus und setzen sie als Mutterschiffe für Attacken auf den wichtigen Handelsrouten vom und zum Suezkanal ein.

Das berichten jetzt Militärs und Industriekreise. Im letzten Jahr verwendeten die Piraten vor allem gekaperte Handelsschiffe als Basis für Angriffe weit draussen im Indischen Ozean. Die grossen Schiffe machten sie wetterunabhängig (und sind auch komfortabler als Dhaus).

Seit die Kriegsflotten Europas, der USA, Russland, Indiens, Chinas und andere Nationen aber der Seegebiet immer intensiver überwachen und vor allem der Iran und Indien gekaperte Frachter sofort wieder befreien, erinnern sich die Piraten wieder an ihre Anfangszeiten, als sie mit unauffälligen Dhaus und ihren Schnellbooten (Skiffs) attackierten. In diesem Jahr werden große Schiffe kaum noch als Mutterschiffe eingesetzt. Mehr…

Sozialarbeit im Indischen Ozean. Das ist ein Boarding Team von der französischen Fregatte Aconit, das gerade eine Pirat action Group (PAG) 600 Kilometer vor der somalischen Küste festnimmt. Dier Männer hatten offenkundig auf ein Handelsschiff gewartet, um es zu überfallen und zu entführen. Die acht Verdächtigen wurden an Bord der Aconit gebracht und dann in die Nähe der somalischen Küste transportiert, damit sie schneller nach Hause kommen.

Das Skiff der mutmasslichen Piraten wurde an Bord der Aconit gehievt und vor Somalia an die Männer zurückgegeben (Fotos: EuNavFor)

Sozialarbeit im Indischen Ozean. Das ist ein Boarding Team von der französischen Fregatte Aconit, das gerade eine Pirat action Group (PAG) 600 Kilometer vor der somalischen Küste festnimmt. Dier Männer hatten offenkundig auf ein Handelsschiff gewartet, um es zu überfallen und zu entführen. Die acht Verdächtigen wurden an Bord der Aconit gebracht und dann in die Nähe der somalischen Küste transportiert, damit sie schneller nach Hause kommen.

Das Skiff der mutmasslichen Piraten wurde an Bord der Aconit gehievt und vor Somalia an die Männer zurückgegeben (Fotos: EuNavFor)

Seeschlacht mit Piraten: Um welches Schiff geht es eigentlich?

Verwirrung um die Seeschlacht im indischen Ozean: Welches Schiff haben die iranischen Marineeinheiten bei dem 48stündigen Feuergefecht eigentlich befreit?

Die Iraner behaupten, es handle sich um den Frachter Armis. Die NATO sagt, die am 26. März mit 23 Mann Besatzung entführte Eglantine sei “keine Gefahr mehr für die Seefahrt”. Übersetzt bedeutet das ja wohl, dass keine Piraten mehr an Bord sind. Wer die Piraten verscheucht hat? Darüber sagt die NATO nichts.

Ich habe ein bißchen recherchiert und bin jetzt der Meinung, dass es sich bei Armis und Eglantine um einunddasselbe Schiff handelt. Anscheinend wechselt dieser Frachter im Besitz des Iran häufiger den Namen als viele Piraten die Unterwäsche. Er hieß auch schon Bluebell und Iran Gilan (Foto).

Eine Bestätigung für meine Vermutung gibt jetzt SomaliaReport. Der Bulker, der von den iranischen Einheiten gestürmt und befreit wurde,  heißt es dort unter Berufung auf militärische Quellen, sei die Eglatine.

Verstärkte Piratenaktivität im Indischen Ozean

Die Wetterbedingungen im Indischen Ozean sind zur Zeit optimal für die kleinen Boote der Piraten aus Somalia und die Seeräuber sind wieder höchst aktiv.

Größere Schiffe sind ihnen - mit Ausnahme der MV Eglantine - bisher zwar nicht zum Opfer gefallen. Aber allein in der letzten Woche wurden zwei kleinere Schiffe gekidnappt.

  • Am 28. März kaperten die Piraten eine Dhau unbekannter Nationalität vor Somalia. Das Schiff ist jetzt im Golf von Aden unterwegs.
  • Am 27. März wurde ein Fischkutter vor Somalia entführt und zur Küste gebracht.

Zwischen dem 23. und 26 März fanden nach Angaben der NATO zudem noch drei erfolglose Attacken auf Handelsschiffe vor Somalia statt, einige davon mit Panzergranaten.

Piraten entführen Frachter bei den Malediven

Als Mutterschiff wird der am Montag vor den Malediven entführte iranische Frachter MV Eglantine von somalischen Piraten benutzt.

Das Schiff mit 23 Mann Besatzung an Bord ist jetzt nach einer Information der NATO auf dem Weg in Richtung Somalia. Der Überfall fand nordwestlich der Malediven-Insel Hoarafush statt, 3.000 Kilometer von Somalia entfernt. Beteiligt an dem Überfall war eine braune Dhau. Beide Schiffe sowie eine weitere Piraten Action Group (PAG), scheinen jetzt als eine Art Jagdgeschwader im Indischen Ozean auf der Such nach weiterer Beute zu sein.

Das größte Kriegsschiff der Welt, der amerikanische Flugzeugträger USS Enterprise, wird in den nächsten sieben Monaten während seiner letzten Mission im Indischen Ozean patrouillieren, falls der Iran Ärger macht. Solange das nicht der Fall ist, werden die 80 Kampfflugzeuge und Helikopter auch gegen somalische Piraten eingesetzt. Die USS Enterprise ist 343 Meter lang und 36 Knoten (67 km/h) schnell. Die Mannschaft besteht aus 5.230 Personen. Ende 2012 wird das 52 Jahre alte mit Kernkraft angetriebene Schiff ausgemustert. Wiki zur USS Enterprise.

Das größte Kriegsschiff der Welt, der amerikanische Flugzeugträger USS Enterprise, wird in den nächsten sieben Monaten während seiner letzten Mission im Indischen Ozean patrouillieren, falls der Iran Ärger macht. Solange das nicht der Fall ist, werden die 80 Kampfflugzeuge und Helikopter auch gegen somalische Piraten eingesetzt. Die USS Enterprise ist 343 Meter lang und 36 Knoten (67 km/h) schnell. Die Mannschaft besteht aus 5.230 Personen. Ende 2012 wird das 52 Jahre alte mit Kernkraft angetriebene Schiff ausgemustert. Wiki zur USS Enterprise.

Soldaten statt Piraten: Diese Dhau mit 92 Passagieren (darunter 33 Kinder und eine schwangere Frau) und 12 Besatzungsmitgliedern dümpelte letzte Woche mit kaputtem Motor irgendwo im Indischen Ozean. Gleich drei Kriegsschiffe der EU-Anti-Piraten-Mission EuNavFor kümmerten sich um das marode Schiff, darunter auch die deutsche Berlin (Foto unten). Techniker arbeiteten die ganze Nacht an der funktionsunfähigen Maschine. Aber ohne Erfolg. Daraufhin wurden Lebensmittel und Wasser auf die Dhau geschafft und die ESPS Patino schleppte den überfüllten Seelenverkäufer in Sicherheit.
Tja, wenn die Patino sonst nix zu tun hat…
Originalmeldung der EuNavFor und mehr Fotos: hier.

Soldaten statt Piraten: Diese Dhau mit 92 Passagieren (darunter 33 Kinder und eine schwangere Frau) und 12 Besatzungsmitgliedern dümpelte letzte Woche mit kaputtem Motor irgendwo im Indischen Ozean. Gleich drei Kriegsschiffe der EU-Anti-Piraten-Mission EuNavFor kümmerten sich um das marode Schiff, darunter auch die deutsche Berlin (Foto unten). Techniker arbeiteten die ganze Nacht an der funktionsunfähigen Maschine. Aber ohne Erfolg. Daraufhin wurden Lebensmittel und Wasser auf die Dhau geschafft und die ESPS Patino schleppte den überfüllten Seelenverkäufer in Sicherheit.

Tja, wenn die Patino sonst nix zu tun hat…

  • Originalmeldung der EuNavFor und mehr Fotos: hier.

Die europäische Anti-Piraten-Mission EuNavFor hat eine Reihe von Charts zur Piraterie am Horn von Afrika und im Indischen Ozean vor Somalia zusammengestellt. Hier: Piracy development 2011 - die Zahl der Piratenangriffe und Schiffsentführungen hat im zweiten Halbjahr 2011 überraschend stark nachgelassen.

Die europäische Anti-Piraten-Mission EuNavFor hat eine Reihe von Charts zur Piraterie am Horn von Afrika und im Indischen Ozean vor Somalia zusammengestellt. Hier: Piracy development 2011 - die Zahl der Piratenangriffe und Schiffsentführungen hat im zweiten Halbjahr 2011 überraschend stark nachgelassen.