Piraten ändern Taktik: Angriffe jetzt mit mehr Männern

Als Reaktion auf die verschärfte Vorgensweise der internationalen Kriegsflotte vor Somalia, ändern die Piraten jetzt ihre Taktik. Künftig wollen sie mit einer ganzen Armada von Schnellbooten und üpber 100 Mann angreifen.

Das berichtet SomaliaReport unter Berufung auf Piratenkreise. Angeblich werden in diesen Tagen vier Angriffsgruppen mit jeweils drei Speedbooten (Skiffs) und je 13 schwer bewaffnete Männer an Bord den Küstenort Harardhere verlassen und im Indischen Ozean Jagd auf Handelsschiffe machen.

Angeführt wird die Armada der Piraten angeblich von den berüchtigten Kommandanten Suxufi und Warsame Hash Gurey.

Kommentar: Da kann ich nur empfehlen, das Gebiet vor Harardhere dicht zumachen, Kriegsschiffe, Helikopter und Drohnen einzusetzen und die Jungs aufzuhalten, bevor sie ein Schiff kapern und Geiseln nehmen können. Wozu gibt es denn ein “robustes Mandat”?

Piraten kaufen Geiseln von Al Shabab

Eine Piratengruppe aus Harardhere/Somalia hat den Al-Shabab-Milizen zwei Mitglieder von Ärzte ohne Grenzen (MSF) abgekauft, die vor drei Monaten im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab entführt worden waren.

Das berichtet SomaliaReport unter Berufung auf Piratenkreise. Die beiden MSF-Mitarbeiterinnen Montserrat Serra und Blanca Thibaut (Foto: MSF) seien per Speedboot nach Harardhere geliefert worden. Dort seien sie nun Geiseln des berüchtigten Piratenanführers Mohamed Abdi Hassan aka Afweyne. Angeblich wurden insgesamt 200.000 Euro für die beiden Frauen bezahlt.

Afweyne (=das Grossmaul) gilt nach einem Bericht des UN-Sicherheitsrates als der Pate von Harardhere und einer der wichtigsten Waffenhändler Somalias. Ihm werden Verbindungen zu Al Kaida nachgesagt und er soll auch Hintermann der Entführung des Supertankers Sirius Star im Jahr 2008 sein. (Quelle: Piratenterror).

  • Pressemeldung von Ärzte ohne Grenzen: hier.

Italienischer Tanker entführt

Heute morgen wurde der italienische Chemikalientanker Enrico Ievoli (Foto) mit 18 Mann Besatzung vor dem Oman von Piraten gekapert und entführt.

Das bestätigte unterdessen die Reederei Manarvi aus Neapel in einer Emergency Notice. In der Meldung heißt es:

Our vessel Enrico Ievoli has been hijacked in position 18.3N - 57.6E (Karte siehe unten). At about 0300UTC the Company has been informed that the above mentioned vessel was under pirate attack while navigating off Oman coast.
Master immediately alerted the Italian Coastguard Head quarter.
Crew : total 18 (6 Italian, 5 Ukranian and 7 Indian).
Cargo on board : Caustic soda 15750 mt
Sailed from Fujairah (UAE) bound to Mediterranean Sea.

Caustic Soda oder Natriumhydroxid wird in der Herstellung von Papier, Textil, Seife und Reinigungsmittel verwendet.

Der Nachrichtendienst SomaliaReport bestätigte die Entführung. Das Schiff sei von Piraten aus Harardhere/Somalia gekapert worden, dorthin werde es jetzt auch gebracht. Die Gangster gehören zum Hawiye-Clan.


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Somalia will Piraten-Plage bis Mai beenden

Mutige Ansage: Die Botschafterin Somalias in Indien, Ebyan Mahamed Salah, kündigte an, bis Mai 2012 sei Somalia piratenfrei.

Die Regierung in Mogadischu hätte einen Masterplan vorgelegt, in dem die freiwillige Entwaffung der Piraten-Hochburgen in Harardhere, Garaad, Eyl und Hobyo vorgesehen sei. Bis dahin seien Gesetze verabschiedet, die es den Behörden erlauben, Piraten effektiv zu verfolgen. Mehr…

Kommentar: Behörden? effektiv? Für mich klingt das nach Märchen.

Piraten töten Milizionäre wegen nackter Frau

Die Auseinandersetzungen zwischen Piraten und islamistischen Al Shabab Milizen in Somalia eskalieren.

Jetzt kam es zu einer Schießerei, als die streng religiösen Al Shabab Milizen ein Mädchen bestrafen wollten, dass sie nackt innerhalb einer Gruppe von Piraten entdeckt hatten. Bei der Auseinandersetzung in der Piratenhochburg Harardhere wurde mindestens ein Milizionär getötet.

Kein Lösegeld für 18 Geiseln

Seit über einem Jahr sind 18 Seeleute auf dem Tanker Olib G in der Gewalt somalischer Piraten.

Weil die Reederei der Olib G, die Frio Ventures SA in Athen, pleite ist, gibt es niemand, der bereit wäre, ein Lösegeld für die 18 Männer aus Georgien und der Türkei zu bezahlen.

Die Piraten forderten zunächst 15 Mio. Dollar und reduzierten jetzt auf 9 Mio. Dollar. Die maximale Lösegeldsumme, die bisher aufgebracht werden konnte, beträgt aber nur 75.000 Dollar.

Das Schiff liegt zur Zeit auf Reede vor Harardhere/Somalia.

Originaltext und Fotos aus SomaliaReport: hier.

Britische Geisel an Piraten verkauft?

Bild berichtet unter Berufung auf die britische Zeitung Sun, die Entführer der britischen Urlauberin Judith Tebbutt hätten ihre Geisel für umgerechnet 230.000 Euro an somalische Piraten verkauft.

Judith Tebbutt war am 11. September aus ihrem Bungalow in einem Strandhotel in Kenia entführt und nach Somalia verschleppt worden. Ihr Ehemann wurde bei dem Überfall getötet.

Noch ist nicht klar, wer die Entführer waren. Angeblich hat sich eine islamistische Gruppe dazu bekannt. Aber gesicherte Belege gibt es dafür nicht. Vieles spricht dafür, dass kriminelle Gruppen und/oder Piraten hinter der Entführung stecken.

Zur Zeit scheint sich Judith Tebbutt in der Gewalt von Piraten zu befinden. Ein Sprecher der Piraten erklärte, die Frau sei zunächst nach Amara, dann nach Harardhere und zuletzt an einen unbekannten Ort in Somalia gebracht worden. Das bestätigten auch die Stammesältesten in diesen Gebieten. Mehr…

Eine Bestätigung für den Verkauf der Geisel von einer Gruppe an die Piraten gibt es nicht.

  • Bericht über die ersten Festnahmen im Fall Tebbutt: hier.

Somalia will seine Piraten aus Indien zurück haben

120 somalische Piraten sitzen zur Zeit in einem neuen Gefängnis in Mumbai (aka Bombay) in Indien. Somalia fordert ihre Auslieferung.

Das erklärte die somalische Botschafterin für Indien, Ebyan Ladane Salah, dem Nachrichtendienst SomaliaReport. Die Übergangsregierung in Mogadischu/Somalia wolle die Männer dort vor Gericht stellen.

Die meisten Gefangenen in dem indischen Gefängnis stammen aus den Gebieten rund um die Orte Bari, Nugdal und Mudug in der quasiautonomen region Puntland, eine Minderheit kommt aus Harardhere, Hobyo und anderen Distrikten in Zentralsomalia.

Die Übergangsregierung ist allerdings nicht im ganzen Land und auch nur in wenigen Vierteln der Hauptstadt handlungsfähig.

Die Botschafterin hatte das Taloja-Gefängnis in Mumbai mit den somalischen Häftlingen am 7. Juni besucht.

Für diejenigen, die es interessiert (zum Beispiel Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden, Polizei- und Geheimdiensten) habe ich hier eine Liste mit den Klarnamen von 42 somalischen Piraten

Drama vor der Piratenküste: MV Orna brennt

UPDATE vom 20. Juni. Ein Piratensprecher erklärte , die Seeräuber hätten 19 Mann von dem brennenden Schiff in Sicherheit gebracht. Die Geiseln seien weiterhin in der Gewalt der Piraten.

UPDATE vom 17. Juni. Feuer ist aus, aber Brücke schwer in Mitleidenschaft gezogen.

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Die entführte MV Orna (Foto) brennt vor dem somalischen Küstenort Harardhere.

Das am 20. Dezember entführte Schiff wurde zuletzt von Piraten aus Somalia als Mutterschiff für Attacken auf andere Frachter benutzt. Die Orna ist mit 26.000 Tonnen Kohle beladen, die sie von Südafrika nach Indien bringen sollte. An Bord ist eine 19köpfige Besatzung aus Syrien und Sri Lanka. Wie es den Männern geht, ist unklar.

Beluga Nomination frei

Der deutsche Frachter Beluga Nomination wurde mit sieben Mann Besatzung nach drei Monaten in der Gewalt von Piraten vor Harardhere/Somalia freigelassen.

Die Piraten gingen am Mittwoch um 12:30 Uhr Ortszeit von Bord. Das berichtete die Bremer Zeitung Weser Kurier. Über die Höhe des gezahlten Lösegeldes gibt es keine Informationen.

Unmittelbar nach der Entführung des Frachters 2.000 Kilometer vor der somalischen Küste hatte es einen misslungenen Befreiungsversuch gegeben. Nördlich der Seychellen hatten zwei Kriegsschiffe das Feuer auf die Piraten eröffnet. Dabei wurde die Navigationsanlage erheblich beschädigt, der Maschinenraum getroffen und einer der Piraten getötet. Zwei Besatzungsmitglieder nutzten die Situation zur Flucht in einem Rettungsboot. Ein Ingenieur ertrank hingegen, nachdem er von Bord gesprungen war, der Bootsmann und ein weiterer Seemann wurden von den Piraten aus Rache nach dem Angriff erschossen.

Der April war bisher ein guter Monat für die Piraten. Lösegelder in Millionenhöhe gab es in den ersten zwei Wochen des Monats neben der Beluga Nomination bereits für die

Die Lösegeldzahlung für den Supertanker Sirene SL ist die bisher höchste Summe, die an somalische Piraten gezahlt wurde.

Piraten schließen Allianz mit militanten Islamisten

Somalische Piraten haben nach Presseberichten einen Multi Millionen Dollar Deal mit den militanten al-Shabaab Milizen geschlossen.

Die al-Shabaab erhält angeblich Millionen-Zahlungen dafür, dass die Piraten  künftig wieder entführte Schiffe nach Harardhere bringen dürfen. Die Küstenstadt wird neuerdings von den Islamisten kontrolliert.

Die Vereinbarung wurde offenbar letzte Woche geschlossen, zumindest entließen die al-Shabaab-Kämpfer letzte Wochen einen Piratenführer aus dem Gefängnis.

Al-Shabaab werden enge Beziehungen zu Al Kaida nachgesagt. Damit fließen jetzt zum ersten Mal Lösegelder aus den USA, Europas und anderen Ländern fast direkt in die Kassen des Terrornetzwerkes. Mehr…