3 Italiener, 1 Ukrainer von Piraten entführt

Vier Seeleute sind 70 Kilometer vor der Küste Nigerias von Piraten entführt worden.

Das berichtete des International Maritime Bureau (IMB) heute. Bei dem Schiff soll es sich um den italienischen Versorger MV Asso Ventuno (Foto)handeln, der in den Ölfördergebieten im Golf von Guinea eingesetzt wurde.  Der Eigner ist eine Reederei aus Neapel. Die Piraten haben das Schiff mit den vier Geiseln (angeblich drei Italiener, ein UIkrainer) bereits am Sonntag verlassen, die übrigen Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Die nigerianische Marine sagt, sie sei den Piraten auf der Spur und jage sie. 

Mehr von Al Jazeera: hier.

Piraten geben russische, estische Geiseln frei

Nach zwei Wochen Geiselhaft haben westafrikanische Piraten jetzt sieben Besatzungsmitglieder des Schleppers Bourbon Liberty 249 freigelassen.

Die sechs Russen und der Este waren am 15. Oktober im Golf von Guinea vor der Küste Nigerias entführt worden. Die Freilassung wurde sowohl von estländischen als auch von russischen Behörden bestätigt.

  • Bericht über die Entführung: hier.
  • Bericht über die Freilassung: hier.

Nigeria: Piraten entführen sieben Seeleute

Bereits am Montag haben Piraten im Golf von Guinea vor der Küste Nigerias einen französischen Schlepper überfallen und sechs Besatzungsmitglieder entführt.

Das teilte jetzt der Eigner des Schiffes mit. Es handelt sich um den 60 Meter langen Schlepper Bourbon Liberty 249 (Foto). Die Entführten stammen aus Russland und Estland. Neun weitere Besatzungsmitglieder blieben unbehelligt. Sie steuern das Schiff jetzt nach Onne/Nigerioa. Mehr…

Piraten überfallen deutschen Tanker vor Togo

Zwölf Piraten haben am Donnerstag einen deutschen Tanker im Golf von Guinea geentert, die Besatzung ausgeplündert und die Ladung abgepumpt, bevor sie das Schiff wieder frei gaben.

Bei dem Überfall wurden einige der 14 Crew-Mitglieder leicht verletzt. Der Name des Schiffes ist bisher nicht bekannt. Mehr…

Das International Maritime Bureau (IMB) warnte vor einer Zunahme der Piratenattacken im Golf von Guinea, im Süden von Westafrika. In diesem Jahr seien in der Region bereits 43 Übergriffe durch Piraten gemeldet worden, darunter Kaperungen, Entführungen und Morde. Die Angreifer hätten es meist auf Öl abgesehen, das sie abpumpen und auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Das IMB warnte, vor Westafrika könne sich ein neuer Schwerpunkt der Piraterie entwickeln und forderte mehr Patrouillen, um den Seehandel zu schützen.

Piratenangriff: russischer Seemann verletzt

Bei dem Piratenangriff auf den Tanker Energy Centurion im Golf von Guinea scheint es doch Verletzte gegeben zu haben.

Jedenfalls wurde nach Angaben der russischen Behörden ein Seemann in ein ghanaisches Krankenhaus gebracht. Der Tanker mit 24 Besatzungsmitgliedern war vor Togo nach einer Schießerei gekapert und 24 Stunden später wieder freigelassen worden.

Golf von Guinea: Tanker mit 24 Russen wieder frei

(aktualisierte Version). Ein griechischer Öltanker mit russischer Besatzung ist vor Togo von Piraten gekapert und entführt worden. Unterdessen sind Schiff und Besatzung wieder frei.

Die Energy Centurion hatte noch einen Notruf abgesetzt und ein togolesisches Küstenwachbott eilte zur Hilfe. Es gab einen Schusswechsel mit den Piraten, denen es aber trotzdem gelang, in den Benin zu flüchten. 

Angeblich pumpten sie 3.000 der 50.000 Tonnen Kraftstoff an Bord des Schiffes ab und ließen es dann gestern wieder frei. Mehr…

Die westafrikanischen Piraten sind nicht an Lösegeld interessiert, sondern an der Ladung. Das macht sie noch rücksichtsloser gegenüber den Crewmitgliedern gekaperter Schiffe. Mehr…

Nigeria: Piraten töten zwei Männer, entführen vier

Piraten haben heute im Golf von Guinea zwei Küstenwachmänner getötet, zwei weitere verwundet und vier Ausländer entführt.

Der Überfall fand 33 sm vor Bonny statt, dem wichtigsten Öl-Export-Terminal Nigerias. Ziel der Attacke war ein Schiff der niederländischen Sea Trucks Group (STG).

Angeblich handelt es sich um die Jascon 33, eine nicht motorisierte Hotelbarge für bis zu 200 Personen.

Entführt wurden vier Mitarbeiter von STG: ein Indonesier, ein Malaie, ein Iraner und ein Mann aus Thailand. Mehr…

Drei Piratenattacken vor Nigeria

An einem einzigen Tag haben Piraten im Golf von Guinea drei Schiffe attackiert.

Die Angriffe fanden am 30. Juni in der Nähe der nigerianischen Insel Bonny Island statt. Jeweils sechs mit Sturmgewehren bewaffnete Piraten beschossen die Schiffe von einem Schnellboot aus. Keiner der Überfälle hatte Erfolg.

  • Zunächst attackierten die Piraten einen Container-Frachter, der vor Bonny Island auf Anweisungen für das Ankern wartete. Die Besatzung zog sich in die Zitadelle zurück. Der Kapitän löste das ship security alert system (SSAS) aus. Die Piraten zogen sich zurück.
  • Der zweite Angriff fand auf einen Öltanker statt. Die Piraten jagten das fahrende Schiff, konnten es aber nicht boarden. Am Schiff wurden nach der Attacke Einschußlöcher festgestellt. Kein Crew Mitglied wurde verletzt.
  • Der dritte Angriff fand 70 sm südwestlich von Port Harcourt statt. Dieses mal griffen die Piraten einen Produkttanker an, der nigeranische Soldaten zum Schutz an Bord hatte. Nach einem 15minütigen Feuergefecht gaben die Piraten auf.

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Nigeria baut eigenes Schiff zur Piratenjagd

Die NSS Andoni ist das erste in Nigeria entwickelte Kriegsschiff. Es wurde diese Woche in Dienst gestellt.

Die Andoni (Foto) ist 31 m lang und bis zu 25 kn (46 km/h) schnell. Sie soll vor allem gegen Piraten im Golf von Guinea eingesetzt werden. Im ersten Quartal 2012 gab es 10 piratenattacken vor der 780 km langen Küstenlinie Nigerias, soviele wie im ganzen Jahr 2011. Mehr…

(Hier ist eine interessante Diskussion, ob die Andoni eher von der britischen River Town Class inspiriert ist oder von den Patroullienschiffen der deutschen Reederei Abeking und Rasmussen).

Griechischer Tanker vor Nigeria attackiert

Bewaffnete Piraten haben heute einen griechischen Tanker angegriffen, der vor Lagos/Nigeria auf Reede lag.

Die 23köpfige Crew zog sich rechtzeitig in die Zitadelle zurück und forderte über Funk Hilfe an. Die Piraten verliessen das Schiff daraufhin wieder.

Im Gegensatz zu somalischen Piraten sind die Piraten in Westafrika nicht an Geiseln und langatmigen Lösegeldverhandlungen interessiert, sondern an der Ladung, vor allem Öl und Benzin. Damit läßt sich im Golf von Guinea sehr schnell sehr viel Geld verdienen.

Für Nichtfachleute ist es allerdings nahezu unmöglich, die Hauptmaschine eines vor Anker liegenden großen Schiffes zu starten und das Schiff zu manövrieren, dazu brauchen sie die Besatzung. Wenn die Crew sich in den Schutzräumen verschanzt, geben die westafrikanischen Piraten ihre Operation meistens schnell auf.

Mindestens 21 Schiffe wurden 2012 im Golf von Guinea schon angegriffen, vier wurden gekapert und entführt. Dabei kamen zwei Seeleute ums Leben, zwei weitere wurden verletzt und drei gekidnappt. Mehr…

Tanker vor Togo entführt (UPDATE: Freilassung)

Jetzt erst wurde bekannt, dass schon am 28. April ein 228 Meter langer Tanker im Golf von Guinea vor Togo entführt wurde.

Die BW Rhine war mit Benzin auf dem Weg von Lettland nach Westafrika. Über die Größe der Crew und die Anzahl der am Überfall beteiligten Piraten ist nichts bekannt. Jetzt befindet sich das Schiff vor Lagis/Nigeria. Die regionalen Sicherheitskräfte sind informiert.

Die BW Rhine fährt unter der Flagge Panamas und wird von BW Maritime in Singapur bereedert.

UPDATE 04MAY: Die Piraten haben das Schiff freigelassen, nachdem sie Teile der Ladung abgepumpt haben. Die 24 Besatzungsmitglieder sind unversehrt. Mehr…

Westafrikanische Piraten lernen von Somalia

Piraten In Nigeria ändern ihre Taktik und setzen jetzt auch Mutterschiffe und Schnellboote (Skiffs) ein, um Schiffe im Golf von Guinea anzugreifen.

Das berichtet die norwegische Security-Firma Bergen Risk Solution, die sich auf Westafrika spezialisiert hat. Mindestens vier Attacken mit Hilfe von Mutterschiffen wurden im ersten Quartal 2012 durtchgeführt. Mehr…

Zwei Tote bei Piratenangriff auf Frachter vor Nigeria

Bereits am 13. Februar kamen der Kapitän und der Schiffsingenieur eines Frachters im Golf von Guinea vor Nigeria bei einem Piratenangriff ums Leben.

Ich reiche diese Nachricht aus Chronistenpflicht nach (war über eine Woche ohne vernünftigen Internetzugang in Afrika).

Acht Piraten hatten das Schiff gestürmt und einen Koch als Geisel genommen, der sie zur Kapitänskajüte brachte. Dort erschossen die Gangster den Kapitän und flohen mit dem Schiffssafe. Der Schiffsingenieur kam angeblich ums Leben, als er versuchte,  mit Hilfe von Bettlaken zu fliehen. Mehr…

Die übrige Crew des Schiffes hatte sich in der Zitadelle verschanzt und wurde von der nigerianischen Küstenwache und französischen Einheiten befreit.

Der Name des Schiffes wurde nicht genannt. Es soll sich um einen Bulker handeln.

Das International Maritime Bureau (IMB) forderte alle Schiffe auf, nigerianische Gewässer zu meiden. Die Piratengefahr sei im Moment extrem hoch. Es handelte sich um den dritten Überfall innerhalb weniger Tage.

Kamerun verschärft Kampf gegen Piraten

Drei neue Einsatzboote für den Kampf gegen Piraten im Golf von Guinea hat jetzt Kamerun erhalten.

Boston Whalers Justice Boot (Foto: http://brunswickcgp.com)

Es handelt sich um drei Schnellboote aus den USA vom Typ Boston Whalers Justice mit 300-PS-Yahama-Aussenborder, jeweils drei MGs, Navigationssystem und Infrarotausrüstung. Insgesamt verfügt Kamerun damit jetzt über 11 Einsatzfahrzeuge für die Piratenabwehr, darunter auch zwei 7-m-Schlauchboote. Mehr…

Technik gegen Piraten: Stinktier auf Speed

Die Anti-Piraten-Branche boomt, seit nicht nur vor Ostafrika, sondern auch im Golf von Guinea immer mehr Piraten Tanker und Frachter attackieren.

Der beste Schutz gegen Piraterie ist immer noch, die High Risk Gebiete zu meiden oder bewaffnete Security an Bord zu nehmen. Trotzdem entwickeln Ingenieure, Tüftler und Techniker ständig neue Technologien zur Verteidigung von Handelsschiffen.

Über 130 Lärmkanonen vom Typ LRAD zu mindestens 21.000 Dollar/Stück sind nach einem Bericht von bloomberg.com auf US-Schiffen installiert. Sie erzeugen bis zu 150 Dezibel, der Lärm, den ein startender Jet in 100 m Entfernung verursacht. Die Wirksamkeit ist umstritten. In dem Buch Piratenterror wird der Security-Mann Mike Kelly zitiert, dessen Schiff Biscaglia angegriffen wurde, obwohl Kelly eine LRAD-500X-Schallkanone einsetzte. Kelly:

Wir dachten, das würde die Piratenvertreiben, aber die lachten nur darüber. Der Einsatz der LRAD war pure Zeitverschwendung.

Piratenterror, S. 204

Technolog dokumentiert einige neue Verfahren:

Die britische Firma  BCB International hat eine Abschußanlage für Netze (Foto) entwickelt, mit ihr können angreifende Speedboote in einer Entfernung von bis zu 800 Metern eingewickelt werrden. Vorausgesetzt, das Netz öffnet sich an der richtigen Stelle.

Die Firma International Maritime Security Network entwickelte das “Triton Shield Anti-Piracy System.” Es beinhaltet bewaffnete Security, Kamerasysteme und - Höhepunkt der Abschreckung - einen “unbezwingbaren Vorhang aus stinkendem Wasser”, mit dem angreifende Piraten-Skiffs eingesprüht werden können. Ein Sprecher der Firma sagt: “Das riecht wie ein Stinktier auf Speed”. Hier gibt es einen kleinen Film dazu.

Die britische Militär-Firma  BAE Systems hat den Prototyp für einen anti-pirate laser (Illustration links) entwickelt. Er ist angeblich augensicher und soll trotzdem angreifende Seeräuber vertreiben.