Er war 2. Offizier auf dem malaiischen Öltanker Bunga Melati 5, als er von somalischen Piraten vor dem Jemen entführt wurde.
Jetzt berichtet der Mann von der Geiselhaft, dem Psychoterror, den Morden an Bord des Schiffes. Ich empfehle euch, diesen Bericht zu lesen, wenn ihr verstehen wollt, wie die Piraten mit ihren Opfern umgehen.
Zum ersten Mal haben Piraten aus Somalia eine Geisel getötet, um ihren Lösegeldforderungen Nachdruck zu verleihen.
Der Mann stammt aus Syrien und war Besatzungsmitglied der MV Orna, die im Dezember 2010 gekapert wurde. Eine zweites Crewmitglied wurde angeschossen. Das Schiff gehört einer Reederei aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
“The killing was a message to the owners of the ship who paid no heed to our ransom demands,” sagte der Piratenanführer Hassan Abdi aus der somalischen Piratenhochburg Haradhere laut AP. “More killings will follow if they continue to lie to us — we have lost patience with them. Two years is enough.”
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Frederik Euskirchen war 2. Offizier an Bord des deutschen Frachters Hansa Stavanger, als das Schiff 2009 von somalischen Piraten gekapert wurde. Drei Monate lang war er in der Gewalt der Seeräuber. Jetzt spricht er in einem Interview mit NWZ online über seine Erkenntnisse aus der Zeit der Geiselhaft.
Die wichtigsten Aussagen:
Zu bewaffneten Security Teams an Bord: “Die Erfahrung zeigt, dass Piraten bereits bei kleiner Gegenwehr mit Waffen ihre Versuche abbrechen.”
Zur Frage, ob durch bewaffnete Security die Gewalt eskaliert: “In der Behauptung mancher Politiker, dass eine solche Methode die Gewalt eskalieren ließe, kann ich leider keine sinnvolle Begründung sehen. Es gibt eigentliche keine Steigerung der Gewalt mehr, wenn Piraten mit Granaten und Gewehren auf Schiffe und Besatzung schießen”.
Über den Umgang mit Piraten: “Mit globalen Moralvorstellungen kommt man bei diesen Kriminellen nicht weit. Die haben keine Moral, und man muss ihnen Antworten geben, die sie auch verstehen. Und deshalb muss man deren Gewalt mit Gewaltandrohung beantworten.”
- Link zum vollständigen Interview in der NWZ: hier.
- Das Buch zur Entführung der Hansa Stavanger: hier.
Somalische Piraten haben heute die vor sechs Monaten aus einem kenianischen Inselhotel entführte Engländerin Judith Tebbutt freigelassen.
Judith Tebbutt war am 11. September 2011 aus ihrem Bungalow in einem Strandhotel in Kenia entführt und nach Somalia verschleppt worden. Ihr Ehemann wurde bei dem Überfall getötet. Die Entführer gehörten angeblich zur islamischen Terrororganisation Al Shabab. Schon nach kurzer Zeit verkauften sie allerdings ihre Geiseln an einde Piratenorganisation.
Die Piraten haben angeblich ein Lösegeld in Höhe von 800.000 Dollar kassiert. Außerdem wurden 140.000 Dollar als Handlinggebühr an die Verhandlungsführer der Piraten und beteiligte Agenturen und Anwälte bezahlt.
Judith Tebbutt ist jetzt auf dem Weg nach Kenia.
- Reuters zur Freilassung: hier.
Der letzte Woche entführte deutsch-amerikanische Journalist Michael Scott Moore (Foto) ist weiterhin Geisel somalischer Piraten. Er wurde nach dem Einsatz von US-Spezialeinheiten im Zentrum von Somalia innerhalb der letzten 24 Stunden drei mal an andere Orte gebracht. Die Kidnapper fürchten, ebenfalls von Navy Seals attackiert zu werden.
Hassan Abdi, ein Sprecher der Piraten, warnte die USA, vor einer Befreiungsoperation:
If they try again, we will all die together. It’s difficult to hold U.S. hostages, because it’s a game of chance: die or get huge money. But we shall stick with our plans and will never release him until we get a ransom.
Die Sicherheitskräfte der semiautonomen Region Galmudug hatten ebenfalls angekündigt, den Journalisten, der auch für Spiegel online arbeitete, zu befreien. Moore war am Samstag auf dem Weg zum Flughafen von Galkayo/Somalia gekidnapt worden.
Erst vorgestern haben US-Sondereinheiten eine amerikanische Geisel und eine dänische Geisel in Somalia befreit und dabei mehrere Piraten getötet. Jetzt befürchten die Entführer von Moore eine ähnliche Aktion und wollen den Mann deshalb auf ein bereits gekapertes Schiff bringen. Im Moment verhandeln sie mit den Piraten, die das Schiff besetzt halten, über dieses Projekt und die Gebühren, die dafür zu zahlen sind.
200 Seeleute werden Weihnachten in der Gewalt somalischer Piraten sein. Darauf weist die Anti-Piraten-Mission der EU hin.
Nach Angaben der EuNavFor sind 199 Männer und eine Frau derzeit in Somalia oder auf gekaperten Handelsschiffen vor der Küste Ostafrikas in der Hand der Gangster. Psychische und physische Folter, Scheinhinrichtungen und sexueller Missbrauch sind dort an der Tagesordnung.
Seit Beginn der EuNavFor Operationen am Horn von Afrika vor drei Jahren wurden 2.317 Seeleute als Geiseln genommen und durchschnittlich fünf Monate festgehalten. 60 Personen starben in der Geiselhaft. Am längsten in der Hand der Piraten ist die 24köpfige Crew der MV Iceberg, sie wird seit 19 Monaten festgehalten.

Das ist der Fischtrawler Shiuh Fu No.1. er wurde vor genau einem Jahr von Piraten gekapert und liegt jetzt am Strand von Somalia. Über den Verbleib der 26 Besatzungsmitglieder ist nichts bekannt.
Bild berichtet unter Berufung auf die britische Zeitung Sun, die Entführer der britischen Urlauberin Judith Tebbutt hätten ihre Geisel für umgerechnet 230.000 Euro an somalische Piraten verkauft.
Judith Tebbutt war am 11. September aus ihrem Bungalow in einem Strandhotel in Kenia entführt und nach Somalia verschleppt worden. Ihr Ehemann wurde bei dem Überfall getötet.
Noch ist nicht klar, wer die Entführer waren. Angeblich hat sich eine islamistische Gruppe dazu bekannt. Aber gesicherte Belege gibt es dafür nicht. Vieles spricht dafür, dass kriminelle Gruppen und/oder Piraten hinter der Entführung stecken.
Zur Zeit scheint sich Judith Tebbutt in der Gewalt von Piraten zu befinden. Ein Sprecher der Piraten erklärte, die Frau sei zunächst nach Amara, dann nach Harardhere und zuletzt an einen unbekannten Ort in Somalia gebracht worden. Das bestätigten auch die Stammesältesten in diesen Gebieten. Mehr…
Eine Bestätigung für den Verkauf der Geisel von einer Gruppe an die Piraten gibt es nicht.
- Bericht über die ersten Festnahmen im Fall Tebbutt: hier.
Die europäische Anti Piraten Mission EuNavFor teilte heute Abend mit, dass die Piraten einen der französischen Segler auf dem Katamaran Tribal Kat getötet hätten.
Das Schiff war am Freitag nach einem Notruf von der deutschen Fregatte Bayern herrenlos im Golf von Aden aufgefunden worden. heute stellte das spanische Kriegsschiff Galicia (Foto) ein Schnellboot mit somalischen Piraten und befreiten eine französische Geisel.
Noch ist nicht geklärt, ob der Eigner der Yacht, Christian Colombo, oder seine Frau Evelyne getötet wurden.
Details zum Segler-Drama: hier.

Sieben bewaffnete Piraten haben gestern im Golf von Guinea ein Schiff überfallen und den Kapitän entführt.
Das bestätigte gestern ein Sprecher der nigerianischen Marine. Er sagte, das Schiff stamme ebenso wie der entführte Schiffsführer aus Kamerun. Anscheinend wurde der Mann als Geisel genommen, weil er sich weigerte, Schutzgelder für die Passage zu bezahlen. Crew und Passagiere an Bord wurden nicht verletzt. Der Name des Schiffes ist unbekannt.

Im Golf Von Guinea entwickelt sich ein weiterer Piraten-Hotspot Afrikas. Das Gebiet vor den Küsten von Benin, Nigeria, Kamerun wurde von Lloyd’s versicherungastechnisch unterdessen zur “war risk” Zone hochgestuft.
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UPDATE 29. Aug: Der Kapitän ist wieder frei. Dafür sei Geld bezahlt worden, sagte er. Die Höhe der Lösegeldzahlung ist unbekannt. Mehr…
(Source: Washington Post)
Deutsche und thailändische Marine-Soldaten holten gestern vor Garaad/Somalia eine erkrankte Geisel von der gekaperten MV Hannibal (Foto).
Der Mann wurde zur Behandlung an Bord der Fregatte Hamburg gebracht. Die Piraten hatten der Aktion zugestimmt, bei dem Patienten bestand der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung. Mehr…
08-Nov-10 Ein Boarding Team des französischen Kriegsschiffes FS Floreal geriet unter Feuer, als es sich einer entführten südafrikanischen Jacht näherte. Später konnte der Skipper befreit werden. Eine Frau und ein Junge wurden von den somalischen Piraten entführt.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der europäischen Antipiraten-Mission Atalanta (EUNavFor) am 6. November. Dem Kriegsschiff war die Jacht (Foto) aufgefallen, weil sie sich unüblich nah der Küste bewegte. Als das Schiff auf Grund lief, weigerte sich der Skipper von Bord zu gehen. Die anderen Personen wurden von den Piraten an Land verschleppt. Mehr…
Mit dieser Meldung korrigiert die EuNavFor Presseberichte, in denen es hieß, somalische Piraten hätten am Sonntag einen Mann erschossen, der eine von ihnen gekaperte Jacht nicht verlassen wollte.
Update: Am 8. November abends berichtet EuNavfor, dass der gerettete Skipper den südafrikanischen Behörden übergeben wurde. Von den anderen Personen an Bord gebe es noch keine Spur. Das Militär überwache die verdächtige Region.