Die Bundeswehr setzt ihre Navy Seals gegen Piraten vor Somalia ein. Mitglieder der Elitetruppe sind auf dem Einsatzgruppenversorger Berlin stationiert, der zur Zeit der EU Anti Piraten Mission EuNavFor (Atalanta) zugeordnet ist.
Die Kampfschwimmer sollen unter Wasser zu verdächtigen Piratenschiffen oder gekaperten Schiffen schwimmen und die Motoren zerstören.
Dafür verwenden sie sogenannte Unterwasserscooter (Foto). Mehr…


Die Bundeswehr hat die Aktion des Einsatzgruppenversorgers Berlin (Foto) gegen Piraten bestätigt. Dabei wurden 25 indische Geiseln befreit, 29 somalische Piraten entkamen.
In einer Meldung mit zwei Aktualisierungen heißt es, Auslöser des Einsatzes sei ein Hilferuf des Handelsschiffes Spiliani am 28. Februar um 12:39 MEZ gewesen. Die Berlin schickte ihren Hubschrauber, die Besatzung entdeckte eine verdächtige Dhau, auf der Bordwand sei der Name Alasma gepinselt gewesen (in Wirklichkeit heißt die Dhau Ashma, aber das bemerkten die Deutschen erst später).
In der Meldung heißt es weiter:
Am 29. Februar gegen 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit zerstörte der Bordhubschrauber des Einsatzgruppenversorgers Berlin die beiden im Schlepp der Ashma befindlichen unbemannten Skiffs nach Freigabe durch den Force Commander der Operation Atalanta.
Eine Verbindungsaufnahme über den Bordhubschrauber mit der Dhow ergab, dass sich vermutlich 29 Somalier und 25 Inder, diese wahrscheinlich als Geiseln, an Bord der Ashma befinden.
Die Ashma teilte weiter mit, dass sie beabsichtigt, Xaafuun in Somalia anzulaufen, welches frühestens am 2. März geschehen kann. Die der Piraterie Verdächtigen geben an, dort von Bord gehen und die Dhow samt indischer Besatzung freigeben zu wollen.
Die in Händen der Piraten befindliche Dhow Ashma hat in den Morgenstunden des 2. März die somalische Ostküste bei Xaafuun erreicht. Die der Piraterie verdächtigen Personen haben das Schiff verlassen.
Nachdem der indische Kapitän daraufhin dem deutschen Einsatzgruppenversorger Berlin mitgeteilt hatte, dass die Geiselsituation beendet sei, und er sein Schiff wieder unter Kontrolle habe, verlegte die Berlin eigene Kräfte zur Dhow, um eventuell erforderliche Hilfe zu leisten.
Der Vorfall ist abgeschlossen.
- Die komplette Originalmeldung des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr: hier.
- Der erste Bericht über die Befreiungsaktion: hier.
- Informationen über die FGS Berlin: hier.
Die EU-Anti-Piraten-Mission Atalanta will künftig Piraten auch am Strand von Somalia jagen. Das neue Einsatzkonzept führt in Berlin zum Streit, noch bevor es begonnen wird.
Vor allem Frankreich und Großbritannien drängen darauf, möglichst schnell nicht nur auf See, sondern auch an Land gegen die Piraten zu kämpfen. Dazu sollen Aufklärungsflugzeuge, Drohnen und Kampfhelikopter eingesetzt werden.
Der Spiegel berichtet jetzt über den Widerstand der Opposition gegen diese Pläne. Die Union scheint dafür zu sein.
Auch die Militärs glauben, dass begrenzte Einsätze am Strand erfolgsversprechend sind. Umstritten ist, ob auch Kampftruppen angelandet werden sollen, wie es die Strategen in Paris und London planen.
Zur Zeit gibt es wenig Piratenmeldungen aus Afrika - keine Kaperungen, keine Freilassungen. Aber die Anti-Piraten-Union übt solange den Kampf gegen die Seeräuberei in einem internationalen Marinemanöver in der Ostsee.
Noch bis zum 22. September trainieren 3.500 Soldaten aus 20 Nationen mit 40 Kriegsschiffen Anti-Piraten- und Anti-Terror-Einsätze. Deutschland beteiligt sich mit dem Einsatzgruppenversorger Berlin, das U-Boot U 33 und die Fregatte Rheinland-Pfalz am Manöver Northern Coasts 2011.

Vielleicht haben die Wellenhöhen im Indischen Ozean (hier vom 4. September 2010) mit der geringen Aktivität der Piraten zu tun.
(Source: ostseeblick-nienhagen.de)
In Somalia bereiten sich die Piraten nach dem Sommermonsun auf die neue Jagdsaison vor. In Berlin wird diskutiert, ob Söldner oder Bundespolizisten deutsche Handelsschiffe vor Seeräubern schützen sollen. Und ob sie mit Wattebällchen werfen müssen, oder automatische Waffen (wie die Piraten) verwenden dürfen.
Generalleutnant a.D. Hans-Heinrich Dieter hält nichts davon, ausgemusterte Soldaten zu Bundespolizisten umwidmen zu lassen, die dann an Bord deutscher Schiffe in High Risk Gebieten gehen.
Bei der 10. Weltkonferenz der Seemannsmissionen (ICMA) geht es ab morgen in Hamburg um die Angst vor Piraten und die zunehmende Bedeutung der Kreuzfahrt für Seeleute.
Die Bundesregierung hält alle Antworten auf eine Kleine Anfrage im Bundestag zum Thema Piraterie für geheim - und will sie nicht veröffentlichen. Sie können in der Geheimschutzstelle des Bundestages von Abgeordneten eingesehen werden.
Attac ist gegen den Einsatz von Söldnern auf Schiffen um Piratenangriffe, Kaperungen und Geiselnahmen zu verhindern.
Termin: Am Montag, den 24. Januar, findet der Piratengipfel der Bundesregierung statt. Mehr…
Am 24. Januar findet endlich der angekündigte Anti-Piraten-Gipfel der Bundesregierung in Berlin statt. Die Reeder hoffen, dass künftig in den High-Risk-Gebieten Schutztruppen an Bord deutscher Schiffe stationiert werden. Mehr…
29-Okt-10 Die Bundesregierung verstärkt den Kampf gegen Piraterie. „Noch vor Weihnachten“, kündigte Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey an, werde es eine Anti-Piraten-Runde mit Reedern, Verteidigungsministerium und Sicherheitsexperten in Berlin geben. Mehr…
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