Somalia stellt Piraten-Hauptmann Diplomatenpass aus

Einer der berüchtigsten Piraten Somalias, dem auch Verbindungen zu Al Kaida nachgesagt werden, reist ungehindert mit einem somalischen Diplomatenpass durch die Welt.

Der somalische Warlord Mohammed Abdi Hassan (Spitzname: Afweyne, das Großmaul) steckt hinter einer ganzen Reihe von Schiffsentführungen und wurde durch die Lösegeldzahlungen und angeblich auch Waffenhandel Multimillionär. Seine Familie lebt längst nicht mehr in Somalia, sondern in Malysia.

Dort besucht er sie mit einem Diplomatenpass, der ihm von der Übergansregierung in Mogadische ausgestellt wurde. Das enthüllte jetzt die Expertengruppe der UNO zur Überwachung des Waffenembargos gegen Somalia sowie der Sanktionen gegen bewaffnete Gruppen in dem Bürgerkriegsland (“Monitoring Group”) in ihrem jüngsten Bericht, aus dem die Tageszeitung taz heute zitierte.

Hier habe ich den entsprechenden Auszug des Reports der Monitoring-Gruppe an die UN gefunden.

Über das Großmaul habe ich ausführlich in meinem Buch Piratenterror berichtet. Ein Auszug:

Mit der Zielangabe Harardhere war auch klar, wer hinter der Entführung der Sirius Star steckte: der Warlord Mohamed Abdi vom Suleiman-Stamm, einem Zweig des in Somalia dominanten Hawiye-Clans. Mohamed Abdis Spitzname lautet Afweyne, das Großmaul. Er gilt als der wichtigste Waffenhändler Somalias und soll Verbindungen zur Terrororganisation Al-Khaida haben. 2003 stieg er in die Piraterie ein, kein ganz einfaches Unterfangen für einen Mann, der von Seefahrt keine Ahnung hatte und auf der Stelle seekrank wurde, wenn er ein Schiff betrat. Aber auch das war für das Großmaul kein Problem. Er heuerte einfach Fachleute aus der nördlich gelegenen Provinz Puntland an, die mit den Küstenorten Garaad, Ras Alula und Eyl als Zentrum der Piraterie gilt. Mehr…