
Piraten haben das Hamburger Containerschiff Hansa Marburg vor der westafrikanischen Küste überfallen und vier Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen.
Die übrigen Crewmitglieder blieben unverletzt. Das 175 m lange Schiff setzte nach dem Überfall seine Fahrt fort. Der Überfall fand schon am Montag (22.4.2013) statt, wurde aber erst heute von der Reederei Leonhardt&Blum bestätigt.
Bereits 2009 war ein Schiff der Reederei von Piraten angegriffen und gekapert worden. Damals blieb die Hansa Stavanger vier Monate in der Gewalt somalischer Piraten, bis sie für ein Lösegeld in Höhe von 2,1 Mio. Euro freigekauft werden konnte.
Die somalischen Piraten machen Klarschiff und entlassen innerhalb von zehn Tagen zwei Tanker inklusive Geiseln in Freiheit. Am Sonntag verließ der Supertanker MV Smyrni (Foto) nach fast einem Jahr mit 26 Besatzungsmitgliedern und 135.000 Tonnen Öl an Bord die Küste Somalias.
Am 8. März war bereits die Royal Grace freigelassen worden. In beiden Fällen assistierte das zur europäischen Anti Piraten Mission EuNavFor gehörende spanische Kriegsschiff ESPS Méndez Núnez. Die Smyrni hat unterdessen private Security an Bord genommen, die das Schiff auf der Weiterfahrt schützen.
Im Moment sind nur noch zwei Schiffe und 60 Geiseln in der Gewalt somalischer Piraten.
Bericht der EuNavfor zur Freilassung der Smyrni: hier.
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Die neun mutmasslichen Piraten, die am Mittwoch von Streitkräften der europäischen Anti-Piraten-Mission EuNavFor festgenommen wurden, sind heute den Behördenauf den Seychellen zur Strafverfolgung übergeben worden (Foto).
Die beiden Skiffs der neun Männer aus Somalia waren einem panamesischen Frachter im Indischen Ozean aufgefallen und darauf hin von Kriegsschiffen der EuNavFor gestoppt worden.
Foto: EuNavFor

Marines des niederländischen Kriegsschiffes HNLMS De Ruyter (Foto oben) stoppten heute morgen 120 Seemeilen vor Eyl/Somalia zwei verdächtige Highspeedboote im Indischen Ozean.
Die beiden Skiffs waren einem panamesischen Frachter aufgefallen, der die europäische Anti-Piraten-Mission EuNavFor verständigte. Zusamen mit einem Kampfhelikopter von der spanischen Fregatte ESPS Mendez Nunez stoppten die Niederländer die Botte und nahmen die neun Verdächtigen frsrt.
Sie befinden sich jetzt zur Vernehmung an Bord der niederländischen Schiffes.


Die mutmasslichen Piraten warfen Gegenstände über Bord und versuchten zu flüchten. (Fotos: EuNavFor)
Kämpft die französische Fremdenlegion gegen Piraten im Golf von Guinea? Ein Pressebericht aus Luxemburg legt diese Vermutung nahe. Hier ist der Bericht (in deutsch).
Ein nigerianischer Tanker mit 5.000 Tonnen Flugzeugbenzin und 16 Mann Besatzung wurde aus dem Hafen von Abidjan/Elfenbeinküste entführt. Seit fünf Tagen ist das Schiff spurlos verschwunden.
Die Entführung fand bereits am vergangenen Mittwoch stat, wie erst jetzt bekannt wurde. Die Itri war gerade dabei, das Kerosin vom Typ Jet A1 zu löschen, als sie von bewaffneten Piraten überfallen und zum Auslufen gezwungen wurde. Zuletzt wurde sie vor der Küste von Ghana gesehen, seitdem ist das Schiff verschwunden.
Die Itri gehört Brila Energy aus Nigeria. Die Besatzung ist rein nigerianisch. Mehr…

Die drei letzten der 21 Besatzungsmitglieder der MV Orna (Foto) wurden jetzt nach über zwei Jahren Geiselhaft von Piraten aus Somalia freigelassen.
Das berichtet AP. Angeblich wurde kein Lösegeld bezahlt. Die Geiseln mussten während ihrer langen Gefangenschaft hungern, wurden gefoltert - und mindestens eine wurde von den Piraten hingerichtet.
Mehr über das Drama auf der Orna hier und hier.
Der somalische Piratenführer Mohamed Abdi Hasan hat keine Lust mehr auf seinen Job, seit NATO und EU ihm und seinen Piraten das Leben so schwer machen. Er geht in Rente.
Das berichtet die Stimme Russlands. Abdi war an nahezu allen größeren Attacken aktiv oder als Finanzinvestor beteiligt, auch auf den mit Panzern beladenen Frachter Faina. Mehr…
(Upgedatet am 13JAN2013)
Bereits am Samstag nahm ein Boarding-Team der französischen Fregatte Surcouf (Foto) 12 mutmassliche Piraten etwa 250 sm vor der somalischen Küste fest. Die Männer hatten zuvor einen Frachter mit Panzerfäusten und Schnellfeuergewehren angegriffen. Das Schiff funkte um Hilfe, konnte seine Fahrt aber unbeschädigt fortsetzen, nachdem das NATO-Kriegsschiff USS Halyburton einen Kampfhelikopter zum Tatort schickte. Später behielt ein deutsches Aufklärungsflugzeug die Tatverdächtigen im Blick, bis die zur europäischen Anti-Piraten Mission EuNavFor gehörende Surcouf eintraf. Die Piraten werden noch immer an Bord der Fregatte festgehalten und befragt. Mehr…
Update: Unterdessen wurde bekannt, dass es sich bei dem attackierte Schiff um die MSC Jasmin auf dem Weg von Salalah nach Mombasa/Kenia handelte.
(Foto: EuNavFor)
Wie deutsche Marinesoldaten vor Somalia Piraten jagen, darüber berichtet Focus in einer kurzen Reportage.
Drei Zitate aus dem Bericht:
Von 750 der Piraterie verdächtigen Personen haben EU-Schiffe 620 wieder laufen lassen.
Draußen auf See stieß die „Sachsen“ in ihrem viermonatigen Einsatz zweimal auf Räuber.
Obwohl die Gefangenen zugaben, Piraten zu sein, war kein Land bereit, ihnen den Prozess zu machen.
Weihnachtsstimmung im Indischen Ozean: Statt Piraten festzunehmen, retten belgische Soldaten ihnen das Leben und bieten dann einen Escort-Service zurück zur Küste.

Boarding Team der belgischen Fregatte Luise Marie, Piraten (Foto: EuNavFor)
Am 15. Dezember hatte ein schwedisches Aufklärungsflugzeug ein verdächtiges Schnellboot mit fünf mutmasslichen Piraten an Bord entdeckt. Die belgische Fregatte Luise Marie stoppte das Skiff, entdeckte fünf halb verhungerte Piraten, schaffte sie samt Skiff an Board der Fregatte, versorgte sie medizinisch, mit Getränken und Lebensmitteln und brachte sie dann nach Hause nach Somalia.
Admiral Duncan Potts, der Operation Commander der EU Naval Force sagte dazu:
“Once again EU Naval Force has prevented suspect pirates from preying on ships at sea. We quite rightly took away their means of carrying out attacks, such as their boat and ladder and they have been returned to the Somali Coast empty-handed and out of pocket. That said, these five men are extremely lucky individuals. The European Union rightly places a high value on life, and despite their perceived criminal intent, we were able to locate them and give much-needed food and water – rather than watch them die of starvation and dehydration. My intent is to be as tough as we can on piracy, whilst helping Somalis to regain peaceful control of their own country”.
Ähnliche Situation am 27. Dezember. Wieder entdeckte das schwedische Eu-Flugzeug ein verdächtiges Boot, dieses mal 500 Seemeilen vor der somalischen Küste und mit nur drei Mann an Bord. Aber same proceder: Alle werden zurückgebracht nach Somalia. Merry christmas.

Skiff an Bord der Luise Marie (Foto: EuNavFor)
Jetzt gibt es einen Dokumentarfilm zur Entführung des deutschen Frachters Hansa Stavanger durch somalische Piraten: Der Kapitän und sein Pirat.
Dem Münchner Filmemacher Andy Wolff gelang es, sowohl den Anführer der Piraten als auch seine Geisel, den Kapitän des deutschen Schiffes, vor die Kamera zu holen. Außerdem zeigt er verstörende Bilder, direkt aus den Piratennestern an der somalischen Küste. Unbedingt angucken. Mehr…
Das Buch zur Entführung: hier.
Das beste Buch zur Piraterie überhaupt: Piratenterror

Vier Seeleute sind 70 Kilometer vor der Küste Nigerias von Piraten entführt worden.
Das berichtete des International Maritime Bureau (IMB) heute. Bei dem Schiff soll es sich um den italienischen Versorger MV Asso Ventuno (Foto)handeln, der in den Ölfördergebieten im Golf von Guinea eingesetzt wurde. Der Eigner ist eine Reederei aus Neapel. Die Piraten haben das Schiff mit den vier Geiseln (angeblich drei Italiener, ein UIkrainer) bereits am Sonntag verlassen, die übrigen Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Die nigerianische Marine sagt, sie sei den Piraten auf der Spur und jage sie.
Mehr von Al Jazeera: hier.

Fast drei Jahre nach ihrer Entführung wurden 22 Seeleute der MV Iceberg (Foto) heute von Piraten aus Somalia aus der Geiselhaft entlassen.

Noch ist unklar, wie die Geiseln freikamen. Aus der autonomen somalischen Region Puntland heißt es, Regierungkräfte hätte in einer zwei Wochen dauernden Operation drei Piraten getötet, drei weitere festgenommen und dann die Geiseln befreit. Mindestens ein Beamter sei dabei ums Leben kommen, drei weitere wurden verletzt.
Die Piraten behaupten, sie hätten die Geiseln von sich aus freigelassen.
Ein Lösegeld wurde angeblich nicht bezahlt. Der Eigner hatte schon vor langer Zeit die Verhandlungen mit den Piraten eingestellt, heißt es, und stattdessen Puntland 1,5 Mio. Dollar für die Befreiungsaktion zur Verfügung gestellt.
Der 4.500-Tonnen-Frachter gehört der Azal Shipping in Dubai und fährt unter panamesischer Flagge. Das Schiff wurde am 29. Mai 2010 zehn Seemeilen vor Aden im Jemen entführt und war seitdem in der Gewalt somalischer Piraten. Kein anderes Schiff war länger von Piraten besetzt. Mehr…
Die Crew stammt aus Indien, Pakistan, Ghana, aus dem Sudan, dem Jemen und von den Philippinen. Ein Seemann beging im Oktober letzten Jahres Selbstmord, indem er über die Reling sprang und ertrank.
Jetzt halten die Piraten noch vier Schiffe mit 114 Geiseln in ihrer Gewalt.